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Jenny kann sich regelmäßig nicht an ihren Freund Stuart erinnern - und verliebt sich neu in ihn.

Wegen Krankheit

Sie muss sich jede Woche neu in ihren Freund verlieben

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London - Regelmäßig wacht Jenny mit einem Riesen-Schreck auf: Neben ihr liegt ein fremder Mann - doch es ist ihr Freund, mit dem sie schon seit drei Jahren zusammen ist. Die 20-Jährige leidet unter einer seltenen Krankheit.

Kennen Sie die Hollywood-Komödie "50 erste Dates"? Darin verliebt sich ein Mann in eine Frau, die nach einem Unfall unter Amnesie leidet. Jeden Morgen hat sie vergessen, was am Vortag passierte, und so muss ihr Freund jeden Tag neu ihr Herz gewinnen. Der Britin Jenny Gisby geht es praktisch genauso: Seit drei Jahren ist sie mit Stuart zusammen, doch mindestens zweimal wöchentlich vergisst sie, wer er ist - und muss sich jedes Mal neu in ihn verlieben.

Schuld an der romantischen Misere ist eine seltene neurologische Funktionsstörung, unter der die junge Frau leidet: Sie bekommt Anfälle, die ihr Gedächtnis auslöschen. Als sie das erste Mal neben dem vermeintlich fremden Mann aufwachte, war das "der schrecklichste Moment meines Lebens", berichtete sie dem TV-Sender ITV. "Ich dachte wirklich, ich wäre entführt worden und schrie und weinte."

Der junge Mann tat sein Bestes, um die völlig Verängstigte zu beruhigen. Doch das gelang erst, als er ihr das Hintergrundbild seines Handys zeigte, auf dem das Paar zusammen zu sehen ist. "Da wusste sie, dass sie daheim ist und dass sie sich in Sicherheit befindet", erklärt er im Interview. 

Als sich der Vorfall öfters wiederholte, hatte Stuart eine Idee: Zu Weihnachten schenkte er ihr ein Buch mit Selfies von den beiden. "Wenn sie das sieht, beruhigt sie sich schneller." Das Album ergänzen die beiden regelmäßig mit kleinen Dingen, die sie an ihre gemeinsamen Unternehmungen erinnern: Zugtickets und Konzertkarten etwa.

Jennys Leidensgeschichte begann, als sie im vergangenen November während der Arbeit zusammenbrach. Sie kam ins Krankenhaus, wo sie mehrere Tage im Koma lag. Als sie aufwachte, konnte sie nicht mehr laufen. Die Ärzte diagnostizierten die neurologische Erkrankung sowie Epilepsie bei der inzwischen 20-Jährigen. Ihre Arbeit musste sie mittlerweile aufgeben, sie ist jetzt auf einen Rollstuhl angewiesen.

Doch ihr Freund und ihre Familie unterstützen sie nach Kräften. "Ich bin so froh, Stuart an meiner Seite zu haben", erzählt sie im Fernsehen. "Jedes Mal geht er mit mir zusammen durch unser Erinnerungs-Album. Wenn ich das sehe, ist das, wie wenn ich mich jedes Mal neu in ihn verliebe."

Unter dem Hashtag #Real50FirstDates bekommt das Pärchen begeisterte Tweets der TV-Zuschauer. "Diese Geschichte ist so traurig und gleichzeitig auch so süß", schreibt eine Frau. 

Andere von der Krankheit Betroffene sind froh, dass Jenny ihre Geschichte an die Öffentlichkeit gebracht hat, die jetzt viel Aufmerksamkeit bekommt. Sie fassen dank der tapferen Frau neuen Mut.

hn

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