+
In diesem Wohnhaus in Ostertimke sind zwei Babyleichen entdeckt worden.

Mutter tötete ihre Kinder

Verweste Babyleichen auf Dachboden

Ostertimke - Grausamer Fund: In Niedersachsen sind auf dem Dachboden eines Einfamilienhauses die verwesten Leichen von zwei Babys entdeckt worden. Die Mutter hat inzwischen gestanden, ihre Kinder getötet zu haben.

Bei der späteren Suche mit einem Spürhund wurde ein weiterer toter Säugling aufgefunden. Die seit Jahren nicht mehr in dem Ort lebende Mutter räumte bei ihrer Vernehmung ein, noch ein weiteres Kind nach der Geburt im Freien abgelegt zu haben. Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl, sie sitzt seit Sonntag in Untersuchungshaft.

Dem ehemaligen Lebensgefährten der 43 Jahre alten Frau sei am Mittwoch letzter Woche Verwesungsgeruch auf dem Dachboden aufgefallen, sagte Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme am Montag der dapd. Er sei auf den in Tüten eingewickelten Säugling gestoßen und habe die Polizei verständigt.

Bei den Kindern handele es sich um ein ausgetragenes Mädchen im achten oder neunten Schwangerschaftsmonat sowie einen weiteren neugeborenen Säugling noch unbekannten Geschlechts. Beide Kinder hätten vermutlich bereits seit mehreren Jahren auf dem Dachboden gelegen, weshalb sich die genauen Todesumstände schwer ermitteln ließen, sagte Vonnahme. „Wahrscheinlich sind die Kinder aber einfach nicht mehr versorgt worden“.

Mutter räumte die Tötung ein

Die 43-jährige Tatverdächtige lebt nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Hessen und befand sich dort zur Behandlung in einer Klinik. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen des Verdachts des dreifachen Totschlags erlassen. In ihrer Vernehmung räumte sie ein, die Kinder geboren zu haben. Endgültige Gewissheit darüber soll ein DNA-Abgleich bringen.

„Wir denken, dass die Ergebnisse in wenigen Tagen vorliegen“, sagte Vonnahme. Auch solle geprüft werden, ob ihr ehemaliger Lebensgefährte der Vater der Kinder sei. Noch sei aber völlig unklar, ob die Kinder überhaupt während des Zusammenlebens der beiden geboren wurden. Der Mann sei von dem Fund völlig überrascht gewesen.

Suche nach drittem Säugling blieb erfolglos

Die Suche nach dem dritten angeblich abgelegten Kind blieb bislang erfolglos. An dem von der Frau angegebenen Ort nahe des Hauses sei keine Leiche gefunden worden, sagte Vonnahme. Die Frau könne sich allerdings auch nicht exakt an den Ort erinnern. Sie lebe in einer neuen Partnerschaft und habe noch weitere Kinder. „Für uns ist jetzt wichtig zu wissen, in welchen Umständen die Frau lebte, wann sie die Taten begangen hat und in welcher psychischen Verfassung sie war“, sagte er. Vermutlich sei sie mit den Schwangerschaften aber überfordert gewesen.

In dem kleinen Ort wurde die Nachricht mit Entsetzen aufgenommen. „Ich bin selbst Familienvater und da ist es mir unbegreiflich, wie man so etwas tun kann“, sagte der Bürgermeister der Samtgemeinde Tarmstedt, Frank Holle. Eine solche Tat sprenge jede Vorstellungskraft. In der Gemeinde Kirchtimke wohnen rund 1.000 Menschen, im Ortsteil Ostertimke sind es etwa 280. „Es ist sehr klein, da kennt jeder jeden“, sagte Holle.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Australien: Taucher bei Haiangriff schwer verletzt
Sydney - Ein Taucher ist am australischen Great Barrier Reef von einem Hai angegriffen und schwer verletzt worden.
Australien: Taucher bei Haiangriff schwer verletzt
Berghotel-Unglück: Suche nach Verschütteten geht weiter
Rom - Nach dem Lawinenunglück am zerstörten Berghotel Rigopiano suchen die italienischen Rettungskräfte weiter fieberhaft nach Vermissten.
Berghotel-Unglück: Suche nach Verschütteten geht weiter
Nach Bus-Tragödie: Ermittlung bei Reiseunternehmen
Budapest - Nach dem schweren Unfall eines ungarischen Busses in Norditalien ermittelt die ungarische Polizei beim betroffenen ungarischen Reiseunternehmen.
Nach Bus-Tragödie: Ermittlung bei Reiseunternehmen
Tod im Feuer: Ungarische Schüler sterben auf der Autobahn
Mitten in der Nacht prallt ein Bus gegen einen Brückenpfeiler und fängt sofort Feuer. Ein Schülerausflug endet auf grausame Weise, viele junge Menschen sterben. Medien …
Tod im Feuer: Ungarische Schüler sterben auf der Autobahn

Kommentare