"Dieser Unfall hört sich schrecklich an"

Frau twittert unwissentlich Tod ihres Mannes

Washington - Völlig arglos hat eine Amerikanerin bei Twitter live Polizeimeldungen eines tödlichen Autounfalls kommentiert - bis ihr klar wurde, dass ihr eigener Mann dabei ums Leben gekommen war.

Wie die Zeitung "Seattle Times" am Mittwoch berichtete, twitterte Caran Johnson anfangs: "Dieser Unfall hört sich schrecklich an. (...) Oh mein Gott, das ist so schrecklich!!!"

Bereits kurz darauf machte sie sich angesichts der Meldungen vom Freeway 205 im Bundesstaat Washington erste Sorgen um ihren Mann: "Ich versuche, nicht in Panik auszubrechen, aber mein Mann hat früh Feierabend gemacht und fährt die 205 nach Hause." Mit jedem weiteren Tweet nimmt die Unruhe der 47-Jährigen zu, wie Zitate in der "Times" und auf der Nachrichten-Webseite kgw.com zeigen. "Er geht nicht an sein Telefon", lautete eine der Nachrichten. "Und er ist spät dran."

"Ich habe gerade bei seiner Arbeitsstelle angerufen und er fühlte sich einer Ohnmacht nahe, als er wegging #Panik." Dann berichtete Johnson den Followern ihrer Tweets von der Epilepsie ihres Mannes. "Was mache ich jetzt? Er könnte sich überschlagen haben, weil er sich einer Ohnmacht nahe fühlte und dann ohnmächtig wurde oder einen Schlaganfall hatte." Schließlich fragt sie sich, "wie lange soll ich auf seine Rückkehr warten, bevor ich die Polizei anrufe?"

Kurz darauf twitterte die Mutter, dass sie die Polizei angerufen und die Fahrausweis-Nummer durchgegeben habe und nun auf einen Rückruf warte. Schließlich heißt es: "Er ist es. Er ist gestorben."

Laut Polizei raste der Wagen des 47-jährigen Craig Johnsons bei der Stadt Vancouver über den Mittelstreifen der Fahrbahn und prallte gegen einen Kleintransporter, dessen 54-jährige Fahrerin einen Oberschenkel- und einen Beckenbruch sowie einen Lungenkollaps erlitten habe.

Als Polizeibeamte der Witwe die Todesnachricht überbringen wollten, hätte diese sie bereits an der Tür in Empfang genommen. "Es schien, als wusste sie es bereits und wir haben es nur bestätigt", sagte ein Polizeisprecher.

Der letzte Tweet der Trauernden an diesem Tag lautete: "Meine Jungs schlafen endlich. Ich fühle mich wie von einem Zementblock getroffen."

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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