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Eine Firma ist in den USA zu einer Schadensersatz-Zahlung von 70 Millionen Dollar verurteilt worden. 

Trauriger Prozess

Frau bekommt 70 Millionen Dollar Schadensersatz

St. Louis - Eine Frau in den USA bekommt 70 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen. Trotzdem würde wohl niemand gerne mit ihr tauschen. 

Über 40 Jahre lang benutzte Deborah Giannecchini einen Baby-Puder zur eigenen Körperpflege. Doch vor drei Jahren hörte sie schlagartig auf - Ärzte stellten bei der 62 Jahre alten Kalifornierin Eierstockkrebs fest. Die Frau machte das Pflegeprodukt für die Erkrankung mitverantwortlich. Ihre Überlebenschance in den nächsten zwei Jahren wird trotz eingeleiteter Therapiemaßnahmen auf lediglich 20 Prozent bemessen. Ein Schock. 

„Ich habe mir dieses Urteil so sehr gewünscht.“

In St. Louis eröffnete daher in diesem Jahr ein Verfahren gegen das Pharma-Unternehmen, die US-Firma Johnson & Johnson. Die Frage, um die sich die Anklage drehte: Ist der Konzern mit seinem Produkt dafür verantwortlich, dass Konsumenten mit einem erhöhten Krebsrisiko leben müssen? 

Nun haben die Geschworenen ihr Urteil gefällt. Und das lautet: die Firma ist dafür mitverantwortlich. Wie das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Bloomberg berichtet, muss Johnson & Johnson nun 70 Millionen Dollar Schadensersatz an die geschädigte Frau zahlen. 

Damit geht die Firma in diesem Jahr bereits zum dritten Mal als Verlierer aus einem Gerichtsprozess. In ähnlichen Fällen wurde der Pharma-Konzern zu 72 bzw. 55 Millionen Dollar Strafe verdonnert. „Ich habe so lange darauf gewartet“, wird eine erleichterte Giannecchini zitiert. „Ich habe mir dieses Urteil so sehr gewünscht.“ 

Doch die Sache hat einen Haken. Denn Johnson & Johnson wird gegen das Urteil wohl Berufung einlegen. „Wir fühlen mit den Frauen und deren Familien, die von Eierstockkrebs betroffen sind. Wir werden aber gegen das Urteil vorgehen, weil wir uns an der Wissenschaft orientieren, die die Sicherheit unseres Baby-Puders bestätigt“, so Sprecherin Carol Goodrich. Der Ausgang der Angelegenheit ist damit weiter offen. Deborah Giannecchini bleibt nicht mehr viel Zeit. 

lpr

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