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Die Stalkerin wurde nach dem Angriff mit dem Auto verurteilt.

Aus Liebe wurde Hass

Frau will Ex überfahren: Acht Jahre Haft

Hannover - Das Landgericht Hannover schickt eine 53-Jährige wegen versuchten Totschlags für lange Zeit ins Gefängnis. Die Frau wollte ihren Ex-Partner überfahren. Der Tat ging eine lange Phase von Bedrohungen und Verunglimpfungen voraus.

Weil sie ihren Ex-Partner und seine Ehefrau überfahren wollte, hat eine 53-Jährige aus der Region Hannover acht Jahre Haft bekommen. Das Landgericht Hannover wertete ihren Angriff am Steuer als versuchten Totschlag in Folge eines eskalierten Beziehungsstreits. „Wer gezielt auf zwei Menschen zufährt, der will töten, daran hat das Gericht keinen Zweifel“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch am Montag. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert, dagegen hatten die Verteidiger der Frau auf Freispruch plädiert.

Die Attacke ereignete sich im November 2014 vor dem Wohnhaus des Paares: Nach Überzeugung des Gerichts raste die Frau mit Vollgas auf ihren früheren Lebensgefährten und dessen neue Partnerin zu. Beide konnten sich nur noch mit einem Sprung zur Seite retten. Nach dem missglückten Tötungsversuch überfuhr die Angreiferin einen Nachbarn, der zu Hilfe geeilt war. Der Mann überlebte schwer verletzt. Seinen Tod habe die Angeklagte zumindest billigend in Kauf genommen, sagte Rosenbusch: „Wir haben Glück gehabt. Wenn wir kein Glück gehabt hätten, hätten wir hier drei Tote zu beklagen.“

Die Angeklagte rief nach Verkündung des Strafmaßes: „Wie kommt man darauf? Ich habe überhaupt niemanden verletzt!“ Mehrfach störte sie die Urteilsbegründung durch Unmutsäußerungen und fiel dabei sogar von ihrem Sitz. 25 Jahre war die Frau mit ihrem späteren Opfer liiert, bis im Juli 2012 eine neue Frau in das Haus in Altwarmbüchen bei Hannover einzog. Das Leben der früheren Pharmareferentin geriet aus den Fugen, zum Schluss lebte sie in ihrem Mietwagen.

Nach Darstellung ihrer Verteidiger war die Frau zur Tatzeit stark alkoholisiert und deshalb schuldunfähig. Dies sieht das Gericht komplett anders, unter anderem weil die Angreiferin nach der Tat etwa 25 Minuten zu einem Parkplatz fuhr, ohne im Straßenverkehr aufzufallen. Erst dort trank sie nach Überzeugung der Richter erhebliche Mengen Alkohol und nahm Tabletten, um sich umzubringen. Dort habe sie sich auch den Schriftzug „Nicht reanimieren“ auf die Brust geschrieben.

Der Ex-Partner der Angeklagten hatte als Zeuge im Prozess von einer langen Phase massiven Stalkings berichtet. Dabei erwähnte er zerstochene Reifen, einen Farbanschlag und Verunglimpfungen bei seinem Arbeitgeber und bei Freunden. Nach dem Urteil sagte der Mann: „Eine gewisse Erleichterung ist schon da. Es waren zwei schlimme Jahre.“ Seine Frau und er hätten psychologische Hilfe nötig, um alles zu verarbeiten.

dpa

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