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Long Covid viel häufiger als angenommen - Neue Studie zeigt Geschlechterunterschiede

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Von: Yasina Hipp

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Viele Menschen haben inzwischen eine Corona-Erkrankung durchgestanden. Einige leiden noch Wochen und Monate später an den Folgen der Erkrankung. Zu Long Covid liegen jetzt neue Daten vor.

Mainz - Starke Nerven- und Muskelschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen - all das können Symptome von Long Covid sein. Mit diesem Begriff werden gesundheitliche Langzeitfolgen nach mehr als sechs Monaten nach einer Infektion mit dem Coronavirus beschrieben. Eine einheitliche Definition gibt es bisher allerdings nicht. Die Universität Mainz legt jetzt unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Wild neue Informationen zu den Spätfolgen einer Corona-Infektion vor. Die Daten stammen aus der repräsentativen Gutenberg-Gesundheitsstudie mit rund 10.000 Teilnehmern. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Frauen häufiger betroffen sind.

Long Covid: Studie weist Geschlechts- aber kein Alterszusammenhang nach

Insgesamt gäbe es noch keine verlässlichen Daten über die Häufigkeit von Long Covid. Laut der Mainzer Studie geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass etwa 10 Prozent der Corona-Infizierten an Long Covid leiden. Und die Daten aus Mainz zeigen einen viel höheren Wert: 40 Prozent der erkrankten Studienteilnehmer berichten von einer Long-Covid-Symptomatik. Die Daten zeigen außerdem auf, dass Frauen dabei häufiger betroffen sind. 45,8 Prozent der Frauen berichten von Long-Covid-Symptomen, hingegen nur 34,6 Prozent der an Corona erkrankten Männer. In der Stichprobe mit einer Altersspanne von 25 bis 88 Jahren gab es über die Altersgruppen hinweg keine Unterschiede in der Häufigkeit.

Zu den häufigsten Symptomen zählen Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Geruchs- und Geschmacksstörungen und Gedächtnisstörungen. Jede vierte Person berichtet von mäßigen bis schweren Beeinträchtigungen durch die Infektion. Und sogar jede dritte Person gibt an, nach der Erkrankung nicht mehr die ursprüngliche Leistungsfähigkeit erreicht zu haben.

Long-Covid-Studie: Mehrere Ziele

Mit einer weiteren Studie wollen die Wissenschaftler konkret das Krankheitsbild Long Covid in Zukunft besser verstehen. Zusätzlich sollen mögliche Risikofaktoren identifiziert und ein Zusammenhang mit dem Infektionsverlauf hergestellt werden können. Ein weiterer Aspekt ist der Einbezug bisher untererfasster Personengruppen und der Einfluss der Impfungen auf die Spätfolgen.

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