+
Bei Brustvergrößerungen setzen Frauen zunehmend auf Eigenfett statt auf Implantate. Foto: Bruno Bebert/Archiv/Symbol

Frauen nutzen zunehmend Eigenfett bei Brustvergrößerungen

Bei Brustvergrößerungen setzen Frauen immer häufiger auf sanftere Methoden - sie nutzen Eigenfett anstelle von Implantaten. Der PIP-Skandal ist Experten zufolge eine mögliche Ursache für den Trend.

Berlin (dpa) - Bei Brustvergrößerungen setzen Frauen zunehmend auf Eigenfett statt auf Implantate. Der Anteil der Eigenfett-Operationen lag 2014 bei 13 Prozent und war damit doppelt so hoch wie 2012.

Das geht aus einer in Berlin vorgestellten Umfrage der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) hervor.

"Wir denken, die Gründe sind vielfältig, mit dem steigenden Bekanntheitsgrad der Option einer Eigenfetttransplantation wird diese Möglichkeit auch vor dem Hintergrund von PIP sicher verstärkt genutzt", erklärte Geschäftsführerin Kerstin van Ark. Die Effekte verstärkten sich vermutlich gegenseitig.

2010 war bekanntgeworden, dass die französische Firma PIP reißanfällige Implantate mit billigem Industriesilikon gefüllt hatte. In Deutschland sind mehr als 5000 Frauen betroffen.

Eine steigende Nachfrage nach Eigenfett-Operationen hatte Anfang September auch die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) vermeldet. Eigenes Gewebe gilt als besonders verträglich und nebenwirkungsarm.

Nach Angaben der Fachgesellschaft DGPRÄC gehören Brustvergrößerungen bei Frauen nach Faltenbehandlungen mit Botox und anderen Füllsubstanzen zu den beliebtesten Eingriffen. Den Berechnungen zufolge gab es 20 850 Brustvergrößerungen mit Implantaten und etwa 3000 Eingriffe mit Eigenfett.

Weit oben auf der Liste der gefragtesten Operationen stehen demnach auch Augenlidstraffungen, Fettabsaugungen und Brustverkleinerungen. Die Männer entschieden sich vor allem für Korrekturen ihrer Brüste, Fettabsaugungen, Augenlidstraffungen und Nasenkorrekturen.

Insgesamt errechnete die DGPRÄC für 2014 rund 138 500 Schönheitsoperationen und 143 000 Faltenunterspritzungen. Die Umfrage 2014 basiert auf Angaben von 318 Mitgliedern. Die Ergebnisse wurden auf die 1030 in Deutschland aktiven Mitglieder hochgerechnet. Über 95 Prozent der Plastischen Chirurgen in Deutschland sind den Angaben zufolge in der DGPRÄC organisiert.

DGPRÄC

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auf eine Zigarette raus - 19-Jährige in Hessen erfriert
Hessisch Lichtenau - Bis minus elf Grad war es, als eine 19-Jährige in Nordhessen nachts nur kurz zum Rauchen raus wollte. Sie starb im Frost. Die genauen Umstände geben …
Auf eine Zigarette raus - 19-Jährige in Hessen erfriert
Mord an Rentnerin: Angeklagter beleidigt Angehörige
Bad Friedrichshall - Der Prozess um den Mord an einer Rentnerin ist auch am zweiten Tag nur schwer für die Verwandten der Toten zu ertragen. 
Mord an Rentnerin: Angeklagter beleidigt Angehörige
Live-Vergewaltigung auf Facebook: Zeugen gesucht
Stockholm - In Schweden sollen drei Männer eine Frau vergewaltigt und die Tat live bei Facebook gestreamt haben. Die Männer sind in U-Haft, die Polizei sucht weiter nach …
Live-Vergewaltigung auf Facebook: Zeugen gesucht
Waldbrände in Chile weiterhin außer Kontrolle
Santiago de Chile - In Chile toben verheerende Waldbrände. Besonders in den Regionen El Maule und O'Higgins gerät das Feuer immer weiter außer Kontrolle.
Waldbrände in Chile weiterhin außer Kontrolle

Kommentare