Gynäkologe wegen Missbrauchs angeklagt

Frauenarzt macht tausende Intimfotos

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Schifferstadt - Die Vorwürfe wiegen schwer: Jahrelang soll ein Gynäkologe aus der Pfalz heimlich Intimfotos seiner Patientinnen gemacht und einige Frauen sogar sexuell missbraucht haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat Anklage gegen einen ehemaligen Frauenarzt in Schifferstadt (Rheinland-Pfalz) erhoben. Dem Arzt wird vorgeworfen, von Mai 2008 bis August 2011, im Behandlungszimmer seiner damaligen Arztpraxis Fotos von seinen Patientinnen gemacht zu haben. In 1484 Fällen soll der Gynäkologe heimlich Bilder und sogar Videos von den Genitalbereichen der Frauen gemacht haben, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Kameras sollen auch in den Umkleiden der Praxis angebracht gewesen sein. Doch damit nicht genug: In zehn weiteren Fällen wird dem Frauenarzt laut Behördenangaben sogar sexueller Missbrauch zur Last gelegt. Dabei soll er sich unter dem Vorwand einer Untersuchung an den Frauen vergriffen haben und auch davon Videoaufnahmen angefertigt haben.

Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, haben nun 266 Frauen gegen den Gynäkologen Strafantrag gestellt. Inzwischen gestand der Mann die Fotos seit 2008 zu seinem privaten Gebrauch gemacht zu haben. Die Videosequenzen will er dagegen ausschließlich aus medizinischen Gründen hergestellt haben. Dafür, dass er die Bilder weitergegeben haben könnte, gebe es keine Hinweise, so der leitende Oberstaatsanwalt, Lothar Liebig.

Der schockierende Fall kam im August 2011 ans Licht, als zwei Arzthelferinnen Anzeige gegen ihren Chef erstattet hatten.

Verstoß gegen das Waffenrecht

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden neben den Bildern und Videoaufnahmen außerdem zwei Handfeuerwaffen sowie "einen nach dem Waffenrecht verbotenen Gegenstand" gefunden, so die Staatsanwaltschaft. Eine waffenrechtlichen Erlaubnis hatte der Mann dafür nicht.

vh

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