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Corona-Wende? Gesundheitsminister Spahn spricht nun doch von „Freedom Day“ - unter einer Voraussetzung

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Von: Tanja Kipke

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Spahn bei der Podiumsdiskussion mit Vertretern der Berliner Veranstaltungsbranche.
Spahn bei der Podiumsdiskussion mit Vertretern der Berliner Veranstaltungsbranche. © Christoph Soeder/ dpa

Vertretern der Club-Szene hat sich Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Podiumsdiskussion Rede und Antwort gestellt. Kommt nun doch noch der „Freedom Day“?

Berlin - Am Samstagnachmittag (28. August) fand im Berliner Nachtclub „Ritter Butzke“ eine Podiumsdiskussion statt. Gesundheitsminister Jens Spahn stellte sich Vertretern der von Corona schwer getroffenen Club-, Kultur- und Veranstaltungsbranche. Seit März 2020 sind die Innenräume der Berliner Clubs weitestgehend lahmgelegt. Das Gespräch, das von CDU-Bundestagskandidat Kevin Kratzsch moderiert wurde, verlief zum Teil hitzig. Spahn bekam den Ärger der Branche deutlich zu spüren.

Diskussion in Berliner Club: Spahn spricht von „Freedom Day“ und erntet Applaus

Spahn wird bei dem Gespräch vorgeworfen, er kenne sich mit der Branche nicht aus. „Ich kenne Clubs, ich sage es noch
einmal, ob Sie es mir zutrauen oder nicht, besser als Sie denken“, antwortet der Gesundheitsminister darauf. Zur Frage nach einer Perspektive für die Branche sagte Spahn, die sicherste Bedingung für die Gesellschaft sei eine Impfquote von deutlich über 80 Prozent. „Dann kämen wir ziemlich sicher durch Herbst und Winter.“

Auf die Frage, ob bei einer Impfquote von 80 Prozent alle Einschränkungen für die Clubszene wegfallen könnten und es eine Art „Freedom Day“ wie in Großbritannien geben könne, sagte Spahn laut Bild: „Ja, ich würde diesen Weg dann gehen.“ Seit dem „Freedom Day“ am 19. Juli gibt es in Großbritannien so gut wie keine Corona-Beschränkungen mehr. Laut Spahn sei die Voraussetzung dafür jedoch, dass sich die Corona-Lage nicht nochmal verändere - also keine neuen Varianten auftreten.

Für seine Antwort erhält der Gesundheitsminister von den Beteiligten Applaus. Ein Datum könne er allerdings nicht nennen. Er unterstrich, wie wenig planbar die Lage ist. „Ich kann euch nicht sagen, was im Dezember ist.“ Für Modellprojekte der Clubs, die das Tanzen innen möglich machen, zeigte er sich prinzipiell offen.

Spahn bei Podiumsdiskussion in Berlin: „Das Virus ist der Spielverderber, nicht der Gesundheitsminister.“

Spahn bekam bei der Diskussion den Ärger von allen Seiten ab. „Ich bin wütend bis zum Anschlag“, sagte Marcus Pohl, der für die Selbstständigen in der Veranstaltungswirtschaft sprach. Sein Verband sei ignoriert worden, als er sich an Spahn gewandt habe. Spahn unterstrich: „Es ist die schwerste Krise seit Bestehen unseres Landes.“ Mit Blick auf die Corona-Maßnahmen sagte er: „Wir verkünden keine Wahrheiten, wir wägen ab.“ Und: „Das Virus ist der Spielverderber, nicht der Gesundheitsminister.“

Video: Die neuen Absichten des Gesundheitsministers für Schulen und den Unterricht

Jens Spahn (CDU) lehnt eine regelhafte Testung von Corona-Geimpften ab, allerdings mit Ausnahmen. Zudem fordert der Gesundheitsminister einheitliche Quarantäne-Regeln für Schulen – sowie Geld, damit sie ein pädagogisches „Aufholprogramm“ starten können.( dpa/tkip)

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