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Umfrage zu Corona-Lockerungen und „Freedom Day“: Ergebnis verblüfft

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Von: Astrid Theil

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Corona-Lockerungen
Clubs und Diskotheken sollen bald wieder öffnen. Viele Deutschen sehen dies einer aktuellen Umfrage zufolge kritisch. (Symbolfoto) © Alessandro Di Marco/Imago Images

Die Corona-Maßnahmen sollen gelockert werden. Die Mehrheit der Deutschen unterstützt das. Für einen „Freedom Day“ ist dennoch nur eine Minderheit.

Berlin - In den kommenden Wochen wollen Bund und Länder die aktuellen Corona-Maßnahmen deutlich entschärfen. Ab dem 20. März sollen viele der momentan noch gültigen Regeln komplett entfallen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, für den Spiegel ergab nun, dass die Mehrheit der Deutschen diese geplanten Lockerungen begrüßt.

Auch der Plan, die 2G-Eingangskontrollen im Einzelhandel zukünftig abzuschaffen, unterstützen laut der Umfrage 70 Prozent der Menschen. Nur 23 Prozent halten diesen Entschluss für falsch. Die Maskenpflicht soll auch weiterhin im Einzelhandel gelten. FFP2-Masken werden empfohlen und sind in einigen Bundesländern auch weiter vorgeschrieben.

Öffnung von Klubs und Diskotheken: nur 55 Prozent der Deutschen unterstützen diesen Plan

Auch die geplanten Lockerungen für Hotels und die Gastronomie werden laut der Umfrage von Civey von einem Großteil der Bevölkerung unterstützt. 69 Prozent der Deutschen finden es richtig, dass in diesen Bereichen ab dem 4. März wieder die 3G-Regel (also Zugang auch für aktuell negativ Getestete) besteht. Nur 20 Prozent haben sich gegen diese Regelung ausgesprochen.

Etwas anders sieht es im Zusammenhang der geplanten Regeln für Klubs und Diskotheken aus: Diese sollen unter 2G-plus-Bestimmungen wieder geöffnet werden. Dies finden nur rund 55 Prozent der Menschen richtig. 31 Prozent der Deutschen lehnen diese Regelung ab. Den aktuellen Planungen folgend soll die Höchstgrenze für Außenveranstaltungen auf 25.000 Besuchen und die für Innenveranstaltungen auf 6000 Besucher oder einer maximalen Auslastung von 60 Prozent angehoben werden.

Ende vieler Corona-Maßnahmen: „Freedom Day“ wird von Mehrheit abgelehnt

Ein Großteil der Deutschen ist jedoch der Meinung, dass das Ende der meisten Coronamaßnahmen am 20. März nicht in Form eines „Freedom Day“ im großen Stil gefeiert werden sollte. Die Idee, die Abschaffung vieler Maßnahmen wie in anderen Staaten mit einem „Freedom Day“ zu feiern, wird vor allem von der FDP unterstützt. Allerdings haben sich 71 Prozent der Bevölkerung dagegen ausgesprochen und nur 20 Prozent sind dafür.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lehnt den Begriff und die Idee eines „Freedom Days“ ab. In der ARD-Sendung Maischberger. Die Woche äußerte er am Mittwochabend, dass dieser Begriff unangemessen sei. Denn es gebe auch künftig Menschen wie zum Beispiel ältere Personen, bei denen die Impfungen nicht so gut wirkten und die dementsprechend nie eine „wirklich volle Freiheit“ hätten. Auch der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte die Forderungen nach einem „Freedom Day“ gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland als „liberalen Aktionismus“. (at)

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