+
Nach einem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht unter Alkoholeinfluss sitzt ein Polizist im Amtsgericht in Freiburg. Rechts sitzt sein Verteidiger Roland Beckert.

Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten

Betrunkener Polizist fährt Motorradfahrer tot

Freiburg - Beim Sommerfest eines Sondereinsatzkommandos der Polizei fließt reichlich Alkohol. Dann kommt es zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Einer der Polizisten steht deswegen nun vor Gericht.

Das Betriebsfest sollte für die Polizisten der Höhepunkt des Jahres werden - mit Cocktailbar, Sektempfang und einem Pool, in dem gemeinsam Champagner getrunken wird. Doch im Anschluss setzt sich einer der Beamten betrunken ins Auto, es kommt zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein 55 Jahre alter Motorradfahrer stirbt. Der Polizist, der zunächst flieht, stellt sich später. Elf Monate nach dem Unfall muss sich der 32-Jährige unter anderem wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Freiburg verantworten.

Polizist gesteht vor Gericht

Zum Prozessauftakt am Donnerstag legte der inzwischen vom Dienst suspendierte Mann ein Geständnis ab. Er sei nach dem polizeiinternen Sommerfest betrunken Auto gefahren und nach dem Unfall in Panik geflüchtet, erklärte er. Zudem habe er nach dem Crash Kollegen um Hilfe gebeten. Stunden nach dem Unfall stellte er sich.

Der Anklage zufolge soll der Kriminaloberkommissar im August 2014 nach der Party auf der Autobahn 5 bei Freiburg den Motorradfahrer angefahren und so getötet haben. Anschließend sei er geflüchtet, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Sein demoliertes Auto ließ er auf der linken Spur der Autobahn stehen. Der 55-Jährige starb am Unfallort. Zunächst tauchte der Polizist unter, dann stellte er sich.

Beim Polizeifest floss reichlich Alkohol

Bei dem Fest sei reichlich Alkohol geflossen, sagte er vor Gericht. Auch er habe getrunken. Eine seiner Kollegen habe ihm den Autoschlüssel weggenommen, um eine Alkoholfahrt zu verhindern. Er hatte jedoch noch einen anderen Schlüssel dabei. Der Unfall habe sein Leben radikal verändert. „Ich wollte immer schon Polizist werden.“ Von seinem Traumberuf müsse er nun Abschied nehmen. Seit dem Unfall ist er suspendiert, erhält 75 Prozent seiner Bezüge. Sollte er verurteilt werden, muss er sich einen anderen Beruf suchen.

Nach dem Unfall hatte die Staatsanwaltschaft gegen fünf Polizisten, die der Angeklagte kontaktiert hatte, wegen Beihilfe ermittelt. Gegen drei von ihnen wurde das Verfahren eingestellt, sagte der Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft, Michael Mächtel. Das Urteil soll am kommenden Montag fallen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erster Verhandlungstag im Prozess um tödliche Dönermesserattacke von Reutlingen 
Reutlingen/Tübingen - In Tübingen steht ein junger Syrer wegen zweifachen, versuchten Mordes vor Gericht. Am ersten Verhandlungstag gab es Unklarheiten über das Alter …
Erster Verhandlungstag im Prozess um tödliche Dönermesserattacke von Reutlingen 
Neuer Virustyp bei Geflügelpest nachgewiesen
Statt Entspannung eine neue Variante bei der Geflügelpest: Zum ersten Mal in Europa tritt in einem Zuchtbetrieb ein anderer Virus-Subtyp auf als bisher. Betroffen ist …
Neuer Virustyp bei Geflügelpest nachgewiesen
Harry Potter als Namensgeber für neue Mini-Krabbe
Singapur (dpa) - Der Zauberschüler Harry Potter und einer seiner wichtigsten Lehrer sind Namensgeber für eine neu beschriebene Krabbenart: Die kaum einen Zentimeter …
Harry Potter als Namensgeber für neue Mini-Krabbe
Zug stößt mit Lkw zusammen: Zwölf Verletzte 
Warendorf - Die Schranken schließen sich, die Bahn naht. Doch quer auf den Schienen versperrt ein großer Lastwagen die Strecke. Beim Aufprall werden zwölf Menschen …
Zug stößt mit Lkw zusammen: Zwölf Verletzte 

Kommentare