Geiselnahme in Rundfunkgebäude - Polizei: Lage ernst

Geiselnahme in Rundfunkgebäude - Polizei: Lage ernst
+
Blumen an einem Baum nahe des Tat- und Fundortes in Freiburg. Foto: Patrick Seeger

Gewaltverbrechen auf Korfu

Freiburger Mordfall: Gibt es mehr Opfer des Verdächtigen?

Neue Fragen im Fall der getöteten Freiburger Studentin: Aus dem Umfeld des Tatverdächtigen gibt es Hinweise, dass er 2013 in Griechenland ein Gewaltverbrechen verübt haben soll. Damit ist die Frage nach dem tatsächlichen Alter des Flüchtlings aktueller denn je.

Freiburg (dpa) - Im Mordfall um eine Freiburger Studentin prüft die Polizei Hinweise, wonach der tatverdächtige 17 Jahre alte Flüchtling Jahre zuvor in Griechenland bereits ein Gewaltverbrechen begangen haben soll. Dies sei aber bislang nicht verifiziert.

Über ein Rechtshilfeersuchen versuchten die Ermittler, Klarheit zu bekommen, sagte eine Polizeisprecherin in Freiburg. Die Hinweise auf die Tat in Griechenland seien nach der Festnahme des Mannes in Freiburg aus dessen privaten Umfeld gekommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben machte er zunächst nicht.

Das Magazin "Stern" hatte berichtet, dass der aus Afghanistan stammende mutmaßliche Mörder der Freiburger Medizinstudentin schon im Jahr 2013 auf der griechischen Insel Korfu eine 20-jährige Studentin überfallen und eine Steilküste hinabgeworfen haben soll. Das Opfer habe schwer verletzt überlebt.

Danach soll der Afghane im Februar 2014 für die Tat zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden sein. Warum ihn die griechischen Behörden vorzeitig entließen, ist nicht klar, heißt es in dem "Stern"-Bericht weiter. Das Magazin bezieht sich in seinem Beitrag unter anderem auf Berichte griechischer Medien. Außerdem habe das Magazin mit zwei Flüchtlinge aus dem Nahen Osten gesprochen, die auf Korfu Kontakt zu dem Mann gehabt haben sollen. Weder die Polizei Freiburg noch die Staatsanwaltschaft Freiburg äußerten sich zu dem "Stern"-Bericht.

Laut "Stern" hatte sich der Flüchtling, der nach bisherigen Erkenntnissen der deutschen Behörden 17 Jahre alt sein soll, schon im Jahr 2013 in Griechenland als 17-Jähriger ausgegeben. Die Staatsanwaltschaft Freiburg stützt sich bei der Altersangabe bislang auf Papiere, die der Flüchtling bei sich hatte. Es sei auch eine medizinische Untersuchung zur Altersbestimmung in Auftrag gegeben, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde.

Vom tatsächlichen Alter des Tatverdächtigen hängt unter anderem ab, ob der Mann nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt und die Verhandlung gegen ihn unter Anschluss der Öffentlichkeit geführt wird oder nicht.

Der aus Afghanistan stammende junge Mann war als unbegleiteter minderjähriger Ausländer im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen. Er ist dringend verdächtig, im Oktober eine 19 Jahre alte Medizinstudentin aus Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Er war Anfang Dezember festgenommen worden. Ein am Tatort gefundenes Haar konnte ihm zugeordnet werden. Außerdem stimmte seine DNA mit der auf dem Körper seines Opfers gefundenen überein.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Geiselnahme in Rundfunkgebäude - Polizei: Lage ernst
Wegen einer Geiselnahme hat die niederländische Polizei am Donnerstag ein Gebäude des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (NPO) in Hilversum bei Amsterdam abgeriegelt. 
Geiselnahme in Rundfunkgebäude - Polizei: Lage ernst
40 Fakten über Benjamin Blümchen, die Sie noch nicht kennen
Seit Generationen begeistert der sprechende Elefant Kinder und Erwachsene in Deutschland. Doch können Sie von sich behaupten, ein echter Blümchen-Experte zu sein? Hier …
40 Fakten über Benjamin Blümchen, die Sie noch nicht kennen
Wie Traurig! Orca stirbt nach 39 Jahren in Gefangenschaft
Traurige Nachrichten aus dem kalifornischen SeaWorld-Park in San Diego. Der Orca Kasatka ist nach 39 Jahren in Gefangenschaft gestorben.
Wie Traurig! Orca stirbt nach 39 Jahren in Gefangenschaft
Außer Kontrolle: Mindestens 37 Tote bei Gefängnisaufstand
Bei einem Gefängnisaufstand in Venezuela sind mindestens 37 Menschen getötet worden.
Außer Kontrolle: Mindestens 37 Tote bei Gefängnisaufstand

Kommentare