Französische Promis reichen Petition ein

Freier sollen 1500 Euro Strafe zahlen

Paris -Prominente um den französischen Erfolgsautor Frédéric Beigbeder machen mit einer Petition gegen Pläne mobil, Besuche von Prostituierten unter Strafe zu stellen.

"Jeder hat das Recht, wie es ihm beliebt seine Reize zu verkaufen - und es sogar zu mögen", heißt es in der Petition, die im Magazin "Causeur" veröffentlicht werden soll und am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP vorlag. "Und wir lehnen es ab, dass Abgeordnete uns Normen über unsere Begierde und unsere Lust vorschreiben."

Frankreichs regierende Sozialisten wollen im Kampf gegen die Prostitution Freier mit einer Geldstrafe von 1500 Euro belegen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll Ende November in der Nationalversammlung beraten werden.

Die Unterzeichner der Petition erklären, einige von ihnen seien "zu Huren gegangen, gehen oder werden zu ihnen gehen". "Das heißt nicht, dass wir Frustrierte, Perverse oder Psychopathen sind, wie es die Anhänger einer als feministischer Kampf verkleideten Unterdrückung behaupten." Sie würden niemals mit einer Frau gegen deren Willen Sex haben.

Die Petition fordert unter anderem "Fass' meine Hure nicht an" - eine Anspielung an den bekannten Slogan "Fass' meinen Kumpel nicht an" der Anti-Rassismus-Gruppe SOS Racisme. Die Petition ist "Manifest der 343 Dreckskerle" genannt - auch das eine Anspielung: 1971 hatte eine Gruppe von 343 Frauen im Kampf gegen das Abtreibungsverbot öffentlich bekannt, bereits abgetrieben zu haben. Die Frauen, unter ihnen Schauspielerin Catherine Deneuve, wurden später als "343 Schlampen" bezeichnet, was nicht abschätzig gemeint war.

Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem kritisierte den Vergleich der Gegner von Geldstrafen für Freier am Mittwoch. "Die 343 Schlampen forderten damals, frei über ihren Körper verfügen zu können. Die 343 Dreckskerle fordern das Recht, über den Körper anderer zu verfügen. Ich denke, das bedarf keines weiteren Kommentars." Im Internet hat die Petition erheblichen Wirbel verursacht.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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