Leopard Meerut
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Die Aufnahmen zeigen den freilaufenden Leoparden bei seinem Streifzug durch die indische Großstadt Meerut.
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Die Aufnahmen zeigen den freilaufenden Leoparden bei seinem Streifzug durch die indische Großstadt Meerut.
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Die Aufnahmen zeigen den freilaufenden Leoparden bei seinem Streifzug durch die indische Großstadt Meerut.

Einmaliger Schnappschuss

Leopard mitten in indischer Großstadt

Neu Dehli - Seit Tagen lähmt ein umherstreifender Leopard das Leben in der nordindischen Millionenstadt Meerut. Jetzt wurden spektakuläre Bilder der Raubkatze veröffentlicht.

Die Schnappschüsse zeigen den Leoparden auf seinem Streifzug durch die indische Großstadt Meerut am vergangenen Sonntag. Auf einem Foto ist zu sehen, wie ein Mann gerade noch zur Seite hechten kann, als die Raubkatze nur knapp an ihm vorbei springt. Eine andere Aufnahme zeigt den Leoparden, wie er sich durch eine Wand des Militärkrankenhauses in Meerut zwängt.

Bis zu 12 000 Leoparden gibt es nach jüngsten Zählungen in Indien, dazu etwa 1700 Tiger. „Ihre natürlichen Beutetiere, etwa Nilgai-Antilopen und Wildschweine, werden zunehmend von Wilderern gejagt“, sagt Umweltaktivisten Belinda Wright. Diese verkauften das Fleisch an die lokale Bevölkerung, und zwar zu viel günstigeren Preisen als etwa Schaffleisch.

Deswegen kommen vor allem Leoparden in die Nähe von Siedlungen, um sich dort von Hunden, Ziegen und Hühnern zu ernähren, wie Wright weiter erklärt. „Manchmal streunen sie im Schutz der Nacht weiter in die Ortschaften hinein und verirren sich.“

Das ist wahrscheinlich in der 1,3-Millionen-Stadt Meerut passiert, in der seit drei Tagen ein ausgewachsener Leopard vermutet wird. Das Tier sei zwar zunächst nicht mehr gesehen worden, berichtete der Nachrichtensender NDTV. Dennoch seien vor allen Schulen und Hochschulen Polizisten stationiert worden. Die gepunktete Großkatze hatte am Sonntag mehrere Menschen leicht verletzt und war sogar in ein Krankenhaus gelaufen.

In einer Ortschaft an der Grenze zu Nepal wurde indes ein dreijähriges Mädchen von einem Leoparden gefressen, wie indische Medien am Dienstag weiter berichteten. Das sind keine Einzelfälle - die gefährlichen Begegnungen zwischen Wildtieren und Menschen nehmen zu. Tierschützer machen dafür die Bevölkerungsexplosion und Wilddiebe verantwortlich.

Das kleine Mädchen habe auf einer Pritsche vor dem Elternhaus im Dorf Lauki Kalan im Norden des Landes gespielt, als der Leopard sie am Sonntag attackierte, berichtete die Zeitung „Asian Age“. Teile des Kindes seien dann im Wald gefunden worden. Ganz ähnlich erging es voriger Woche einem fünf Jahre alten Jungen, der in Chhattisgarh von einem Leoparden davongeschleppt wurde.

Tödliche Tiger-Attacken

In zahlreichen Dörfern im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh fürchten sich die Menschen derzeit vor einem Bengalischen Tiger. Die Raubkatze sei in einer Schule im Dorf Bijua gesichtet worden, berichtete die Zeitung „Times of India“ am Dienstag. Da die gestreifte Katze in den vergangenen Wochen wahrscheinlich schon zehn Erwachsene getötet hat, blieben die Schulen dort bis auf weiteres geschlossen.

Förster versuchten, den Tiger mit der Hilfe von Elefanten, Böllern und Schüssen in die Luft zurück in den Wald zu treiben, wie es in dem Bericht weiter heißt. Trotzdem blieben die Menschen meist Zuhause. „Wir bewegen uns nur in Gruppen von 25 bis 30 Menschen und mit Stöcken bewaffnet“, wird ein Dorfbewohner zitiert.

Im vergangenen Monat war ein menschenfressender Tiger in den Nilgiri-Bergen im Süden des Landes erschossen worden. Kurz zuvor erlegte ein herbeigerufener Großwildjäger in Kaschmir einen Leoparden. Tierschützerin Wright meint, man solle lieber die Bevölkerung für die Begegnungen mit den Großkatzen schulen. In den Sundarbans-Mangrovenwäldern etwa würden die Menschen die Regeln kennen - zurückziehen, nicht schreien, nicht attackieren - und stattdessen Wildhüterteams rufen. Das sei sehr erfolgreich.

dpa

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