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Ausgebuffter als „Jack Sparrow“: Johnny Depp zieht größtes Ass zum Schluss – Heards Freundin sagt für ihn aus

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Von: Anna Lorenz

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Das Bild zeigt Johnny Depp in seiner Paraderolle als „Captain Jack Sparrow“, in einer Szene aus dem Film „PIRATES OF THE CARIBBEAN“. Er grinst siegessicher über die Schulter.
Duellgewinn für Johnny Depp? Die Plädoyers im Streit mit Ex-Frau Amber Heard werden am 27. Mai 2022 erwartet. Eine Aussage könnte Depp nun den Sieg im Prozess bringen. © Bildausschnitt aus Walt Disney Co./Courtesy Everett Collection MCDPIOF EC028 / imago

29 Tage sind für den Rechtsstreit um Johnny Depp und Amber Heard angesetzt, am Freitag, 27. Mai 2022, sollen die Verhandlungen enden. Pünktlich zur letzten Prozesswoche zückt Depp nun sein größtes Ass.

Fairfax – Man kann von ihm halten, was man will, eines aber muss man neidlos anerkennen: Im Rechtsstreit mit Ex-Frau Amber Heard, der am Montag, 23. Mai 2022 in die letzte Runde geht, bevor am Freitag, 27. Mai 2022, die Schlussplädoyers erwartet werden, hat sich „Fluch der Karibik“-Star Johnny Depp bestmöglich präsentiert.

Nicht nur die Schlangen der Fans, die täglich vor dem Gericht in Fairfax auf sein Kommen warteten; auch die sympathieerweckende Zusammenarbeit mit seinen Anwälten und seine amüsierten Antworten im Zeugenstand haben dem Schauspieler die deutlich besseren Chancen gegeben, in der Gunst der Öffentlichkeit zu stehen. Doch neben der, für die weitere Karriere nötigen Politur des eigenen Rufes geht es für die Ex-Partner Heard und Depp auch um sehr viel Geld – und nicht zuletzt die Wahrheit.

Letzte Woche im Prozess um Amber Heard und Johnny Depp: Gewinner der Herzen steht jetzt schon fest

Man möge es nicht meinen, aber getreu dem Motto „bad news are good news“ hat der jetzt schon legendäre Gerichtsprozess mit dem Streitwert von (zusammengerechnet) knapp 150 Millionen US-Dollar der Publicity beider Stars fühlbaren Aufwind gegeben. Die Verhandlung, die vom Online-Portal der amerikanischen Boulevard-Zeitung tmz live gestreamt wird, wurde von Presse und Öffentlichkeit penibel verfolgt, jeder Aspekt der Beziehung zwischen beiden Hollywood-Stars detailliert aufbereitet und diskutiert. In einem Prozess, so unvergleichlich voll von Extremen, liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo dazwischen – und doch scheint Johnny Depp, was seine weitere Karriere angeht, als eindeutiger Gewinner aus dem Gerichtssaal in Virginia, USA, zu gehen.

Wie das US-Branchenblatt der Unterhaltungsindustrie, Variety, berichtet, ist Depp bereits jetzt seine – nach längerer Zeit – nächste große Kinorolle gewiss. Regisseurin Maïwenn Le Besco hat den Schauspieler wohl erfolgreich für den Film „Jeanne Du Barry“ verpflichtet, in dem er den französischen König Ludwig XV. mimen wird. Die Premiere ist 2023 im Rahmen der Film-Festspiele von Cannes geplant. Während auf Depp also Arbeit wartet, scheinen sich die beruflichen Aussichten von Amber Heard zunehmend zu minimieren. Im Prozess sagte sie aus, dass ihr Part in der Fortsetzung der Comic-Verfilmung „Aquaman“ im Zuge des Rechtsstreits mit Depp deutlich verkürzt wurde. Schlanke zehn Minuten sollen der Schauspielerin, die eine Zentralgestalt der Filme mimt, laut Variety in „Aquaman and the Lost Kingdom“ noch verblieben sein.

Johnny Depp im Prozess: Schlägt „Captain Jack Sparrow“ Ex-Frau Amber Heard am Ende mit ihren eigenen Waffen?

Die Aussage, die allerdings nun vor dem Circuit Court in Fairfax County erwartet wird, könnte Heard vielleicht sogar diese zehn Minuten kosten. Am Mittwoch, 18. Mai 2022, hatte die Schwester von Amber Heard, Whitney Henriquez, im Zeugenstand bezüglich eines Streits zwischen Heard und Depp im März 2015 ausgesagt. AFP zufolge habe Heard Henriquez nachts geweckt, um ihr vom Fremdgehen Depps zu berichten. „Sie haben wirklich böse Dinge zueinander gesagt“, rekapitulierte Henriquez den folgenden Streit der Hollywoodstars.

Depp sei die Treppe hochgerannt und habe auch Henriquez „irgendwie in den Rücken geschlagen“, worauf Heard mit den Worten „Schlag nicht meine verdammte Schwester!“ auf ihren damaligen Partner losgegangen sein soll. Depp habe Heard daraufhin „mit einer Hand an den Haaren gepackt und ihr mit der anderen wiederholt ins Gesicht geschlagen“, bis der Leibwächter beide schließlich getrennt hätte. „Wenn er nüchtern war, waren die Dinge wunderbar“, fasste sie die Beziehung ihrer Schwester zusammen, „Wenn er nicht nüchtern war, waren sie schrecklich.“

Depps Anwälte rufen am Montag, 23. Mai 2022, nun jedoch voraussichtlich Jennifer Howell, eine langjährige Freundin von Heard und Henriquez, in den Zeugenstand. Diese äußerte sich bereits im Vorfeld mittels einer gerichtlichen Erklärung – und zwar pro Depp. Demnach soll Henriquez am selben Abend Howell aufgesucht haben und sie von dem Streit der Hollywoodstars in Kenntnis gesetzt haben. Unter Tränen habe Henriquez berichtet, Heard sei mit physischer Gewalt gegen Depp vorgegangen und habe Henriquez, die zu schlichten versucht hatte, dabei beinahe die Stufen hinabgeschubst. „Whitney sagte mir: ‚Ich hatte Angst, dass Amber Johnny umbringt‘“, so Howell in ihrer Erklärung. Obwohl Howell in dem, gegenwärtig im Netz kursierenden Dokument auch Henriquez scharf kritisiert, ist ein Grund, weshalb sie sich wider besseres Wissen mit Depp solidarisieren sollte, nicht ersichtlich. Sollte Howell in Fairfax County nun für Depp aussagen und seine Version der Geschehnisse bestätigen, ist ein Prozesssieg für Heard nicht mehr als wahrscheinlich einzustufen.

Nicht zuletzt als Ironie des Schicksals erscheint die Wendung im Zuge des Prozesses.  „Lass uns mal schauen, wer glaubt, ein weißer Mann, ein weißer, privilegierter Mann könnte das Opfer einer Frau sein. Nur zu“ – Worte von Amber Heard, aufgenommen von Johnny Depp, abgespielt vor Gericht. Vielleicht mag Depp schlicht der bessere Schauspieler sein, vielleicht ist alles wahr, was er behauptet; so oder so muss Heard wohl oder übel zusehen, wie er ihr demonstriert, dass sie falsch lag.

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