Makabrer Eingriff in die Totenruhe

Freundin mit Urne des Sohnes erpresst

Gera/Plauen - Ein makabrer Fall hat Amtsgericht Gera am Donnerstag beschäftigt: Ein 47-Jähriger hat seine Lebensgefährtin mit der ausgegrabenen Urne ihres Sohnes erpresst.

Der 47-jährige Angeklagte muss nun vier Jahre hinter Gitter. Die Urne seines mit 29 Jahren tödlich verunglückten Stiefsohnes hatte der Mann aus Plauen im vergangenen Sommer vom Friedhof von Sorge-Settendorf (Thüringen) entwendet. Danach habe er seine damalige Lebensgefährtin mehrere Monate lang um 10 000 Euro erpresst, heißt es in der Urteilsbegründung des Amtsgerichtes Gera vom Donnerstag.

Im Prozess beschuldigte der 47-Jährige die Frau, selber plötzlich die Urne gehabt zu haben und mit ihm gemeinsam eine Erpressung fingiert zu haben. Das Gericht glaubte ihm diese Version nicht - und begründete damit auch das außergewöhnlich hohe Strafmaß. Es verurteilte den bisher nicht vorbestraften Mann wegen Störung der Totenruhe, versuchter schwerer Erpressung und Nötigung.

dpa

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