1. Startseite
  2. Welt

Friedensbemühungen und Kämpfe in Sri Lanka

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Colombo - Nach mehr als zweiwöchigen Kämpfen in Sri Lanka mit hunderten Toten wollen die Regierung und die Tamilen-Rebellen der LTTE verhandeln. Der Sprecher der nordischen Mission zur Überwachung des Waffenstillstands (SLMM), Thorfinnur Omarsson, sagte am Sonntag, die Rebellen hätten der Regierung über die SLMM ausrichten lassen, sie seien zu Gesprächen bereit.

Bislang sei das Angebot des LTTE-Friedenssekretariats aber nur mündlich erfolgt. Der Leiter des Friedenssekretariats der Regierung, Palitha Kohonna, sagte, die Regierung sei bereit, mit den Rebellen zu sprechen.

Nach Armeeangaben vom Sonntag starben bei Kämpfen auf der Halbinsel Jaffna im Norden Sri Lankas in den beiden Tagen zuvor mehr als 150 Rebellen und 35 Soldaten. Die LTTE äußerte sich nicht zu Verlusten. Die Kämpfe um strategisch wichtige Positionen hielten am Sonntag an. Militärsprecher Upali Rajapakse sagte, die Armee habe sich vor der Halbinsel Gefechte mit einer Flotte von LTTE-Booten geliefert. Auf der Halbinsel beschossen sich Rebellen und Armee mit Artillerie und Mörsern. Zu Kämpfen kam es auch im Gebiet von Trincomalee im Nordosten und von Batticaloa im Osten.

Ein Regierungssprecher sagte am Samstag, Rebellen hätten Stützpunkte der Marine und der Luftwaffe beschossen. Vom Hafen Trincomalees aus organisiert die Armee Nachschub zu ihren Stellungen in Jaffna, die auf dem Landweg vom Regierungsgebiet abgeschnitten sind. Die Rebellen gaben an, in von der Regierung kontrollierte Gebiete auf der Jaffna-Halbinsel eingedrungen zu sein. Die Regierung wies dies zurück. Über die Opferzahlen der jüngsten Kämpfe war zunächst nichts bekannt.

Einen Rückschlag erlitten Bemühungen um ein Ende der Gewalt am Samstag durch den Mord am Vizechef des Friedenssekretariats der Regierung, Kethiswaran Loganathan. Die Regierung machte die LTTE verantwortlich. Die SLMM verurteilte die Tat scharf. Sowohl die Regierung als auch die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatten die Sekretariate nach dem Waffenstillstandsabkommen Anfang 2002 eingerichtet, um Friedensgespräche zu koordinieren. Die Gespräche liegen seit Jahren auf Eis.

In den vergangenen zwei Wochen waren die Kämpfe eskaliert. Die Rebellen hatten einen Bewässerungskanal blockiert und Bauern im Regierungsgebiet damit von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Armee startete eine Offensive, um die Wasserschleuse unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei den anschließenden Kämpfen wurden mehr als 300 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten.

Die um ein Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka bemühten Vermittlerstaaten forderten ein sofortiges Ende der Gewalt. In einer von der EU am Samstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung zeigte sich die Gruppe aus EU, USA, Japan und Norwegen «zutiefst besorgt». Die Kämpfe drohten, «Waffenstillstand und Friedensprozess in Sri Lanka zunichte zu machen». Die Vermittler forderten die Regierung und die Rebellen auf, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Vor dem Anfang 2002 von Norwegen vermittelten und bislang nicht aufgekündigten Waffenstillstand hatten zwei Jahrzehnte Bürgerkrieg rund 69 000 Menschen das Leben gekostet. Die LTTE fordert eine weitgehende Autonomie des Nordens und Ostens der Insel im Indischen Ozean, wo Tamilen die Bevölkerungsmehrheit stellen.

Auch interessant

Kommentare