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Ballonstelen stehen entlang des ehemaligen Verlaufs der Berliner Mauer am Engelbecken in Berlin. Die Laternen sind Teil des Projekts "Lichtgrenze 2014" zum 25. Jahrestag des Mauerfalls

Traumwetter bei Festlichkeiten

Fröhlich und entspannt: Berlin feiert Mauerfall

Berlin - Hunderttausende Besucher sind in Berlin unterwegs. Die Stadt feiert das Jubiläum des Mauerfalls. Doch in die heitere Stimmung mischen sich auch kritische Töne - von einem der Architekten der deutschen Einheit.

Fröhlich, entspannt, gelassen: Berlin feiert den Mauerfall vor 25 Jahren. Bei herrlichem Sonnenschein waren am Samstag Hunderttausende Menschen aus aller Welt in der einst geteilten Stadt unterwegs, um sich an die historischen Ereignisse vom 9. November 1989 zu erinnern. Hauptattraktion ist die Lichtinstallation, die den Verlauf der Mauer nachzeichnet. Die knapp 7000 Ballons sollen am Sonntagabend in den Himmel aufsteigen und so die symbolische Grenze wieder auflösen.

Politisch jedoch fiel ein Schatten auf die Feierlichkeiten. Der frühere sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow erhob bei einer Veranstaltung der „Cinema For Peace Foundation“ in Berlin schwere Vorwürfe gegen den Westen. Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt sagte er: „Die Welt ist an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. Manche sagen, er hat schon begonnen.“ In den vergangenen Monaten habe sich ein „Zusammenbruch des Vertrauens“ vollzogen.

Der Friedensnobelpreisträger, der als einer der Väter der deutschen Einheit gilt, warf dem Westen und insbesondere den USA vor, ihre Versprechen nach der Wende 1989 nicht gehalten zu haben. Stattdessen habe man sich zum Sieger im Kalten Krieg erklärt und Vorteile aus Russlands Schwäche gezogen. Die Vertrauenskrise belaste auch die Beziehungen zu Deutschland. „Lasst uns daran erinnern, dass es ohne deutsch-russische Partnerschaft keine Sicherheit in Europa geben kann.“

Gorbatschow trifft am Montag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Sie wollte am Samstagabend in Berlin die „Falling Walls Conference“ eröffnen, eine Wissenschaftstagung zu bahnbrechenden Entwicklungen in Forschung und Gesellschaft. Später wurde sie zu einem Konzert des von der DDR ausgebürgerten Liedermachers Wolf Biermann erwartet. Biermann hatte am Freitag mit Attacken auf die Linkspartei im Bundestag für Aufsehen gesorgt.

Die Linke verurteilte zum 25. Jahrestag des Mauerfalls das „staatliche Unrecht“ in der DDR und erneuerte damit eine Entschuldigung ihrer Vorgängerpartei PDS aus dem Jahr 1990. Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi veröffentlichten am Samstag eine entsprechende Erklärung. Darin räumen sie ein, dass die DDR ein Staat gewesen sei, „in dem die politische Willkür jederzeit Recht und Gerechtigkeit ersetzen konnte, in dem Zehntausende Biografien durch staatliches Unrecht gebrochen und zerstört wurden.“ Dafür habe die DDR-Staatspartei SED die Hauptverantwortung getragen.

Merkel bezeichnete die immer wieder aufflackernde Diskussion, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, als „beklemmend“. „Die DDR war ein Unrechtsstaat“, betonte die Kanzlerin in Wismar bei einem Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Lichtinstallation, die seit Freitagabend in Berlin den Verlauf der Mauer nachzeichnet, lockte schon zum Auftakt zahllose Besucher an. In der Nacht zum Samstag flanierten Einheimische und Touristen in Scharen an leuchtenden Ballons vorbei, tagsüber setzte sich der Zug der Schaulustigen fort. Allerdings gingen eine Reihe von Ballons kaputt, sie mussten erneuert werden.

Jugendliche beschmierten in der Nacht zum Samstag die zentrale Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße, wo Merkel an diesem Sonntag die neue Dauerausstellung eröffnen will, mit linksextremistische Parolen.

Merkel würdigte zum Jahrestag des Mauerfalls die Bedeutung Berlins. Die Stadt habe nicht nur das Bild Deutschlands geprägt, sondern sei auch „fast ein Symbol für die Vereinigung Europas nach dem Kalten Krieg“, sagte sie in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft.

dpa

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