+
Die können hüpfen: Ein Känguruh-Junges und seine Mutter im Berliner Zoo. Foto: Stephanie Pilick/Archiv

Frühere Kängurus konnten nicht hüpfen

Providence (dpa) - Elefanten tröten, Chamäleons verändern ihre Farbe - und Kängurus hüpfen. Dass das wahrscheinlich nicht immer so war, haben Forscher herausgefunden.

Frühere Riesenkängurus konnten einer Studie zufolge höchstwahrscheinlich nicht hüpfen. Sie liefen stattdessen wohl meist aufrecht auf ihren Hinterbeinen, berichten Forscher im Fachjournal "PLOS ONE".

Das Team um Christine Janis von der Brown Universität in Providence hatte die Knochen der Ur-Kängurus mit denen heutiger Nachfahren verglichen.

Die seit mindestens 30 000 Jahren ausgestorbenen Riesenkängurus sind eng verwandt mit den heutigen Beuteltieren, hatten aber deutlich kürzere Schnauzen. Sie erreichten zudem wesentlich beeindruckendere Ausmaße: Die größte bekannte Art Procoptodon goliah kam mit geschätzt etwa 240 Kilogramm auf das dreifache Gewicht heutiger großer Känguru-Arten.

Schon länger hatten sich Forscher gefragt, ob ein solches Tier die typische Känguru-Fortbewegung genutzt haben könnte: ein schnelles Hüpfen auf den starken Hinterbeinen und den speziellen "Fünffüßlergang" mit allen Beinen und der Hilfe des Schwanzes.

Die anatomischen Vergleiche sprächen dagegen, erklären die Forscher nun. Den Riesenkängurus fehlten Skelett-Eigenheiten etwa im Bereich der Hüfte, die Kängurus das Hüpfen erleichtern. Starke Gelenke und Beinknochen zeigten, dass die ausgestorbenen Riesen ihr Gewicht auf den Hinterbeinen tragen konnten. Die Berechnungen ergaben, dass auch ein einzelnes Hinterbein dazu in der Lage war.

Nach der Analyse von insgesamt 35 Merkmalen schlossen die Forscher, dass die Kurzschnauzen-Kängurus auf ihren Hinterbeinen liefen. Der Schwanz spielte vermutlich im Gegensatz zu heutigen Arten keine spezielle Rolle, darauf deuteten Unterschiede in der Beweglichkeit der Schwanzwirbel hin.

Bei heutigen Kängurus sorgt der kräftige Schwanz nicht nur für Balance und Schwung beim Hüpfen, bei langsamer Fortbewegung dient er zudem als vollwertiges Bein. Der Schwanz ermögliche einen einzigartigen fünfbeinigen Gang, berichteten Forscher vor einigen Monaten in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Demnach übt der Schwanz bei der Vorwärtsbewegung sogar so viel Kraft aus wie alle Beine zusammen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Impfgegnerin scheitert vor dem BGH
Angst vor Impfschäden, Misstrauen gegenüber den Ärzten: Im Gegensatz zum Vater des Kindes wollte eine Mutter keine Impfungen für ihr Kind. Nun hat der Bundesgerichtshof …
Impfgegnerin scheitert vor dem BGH
Deutsche zufrieden mit Wohlstand, aber besorgt über Zukunft
Dem Großteil der Menschen in Deutschland geht es nach eigenem Empfinden wirtschaftlich gut. Aber die Menschen haben zugleich immer mehr Angst vor der Zukunft. Wie passt …
Deutsche zufrieden mit Wohlstand, aber besorgt über Zukunft
Frau kauft diesen Diamantring in Ramschladen - jetzt ist sie reich
Sie dachte, er sei eine Fälschung und hatte keine Ahnung, wie wertvoll der Stein in Wirklichkeit war: Ein Billig-Kauf im Ramschladen ist für eine Britin zum unverhofften …
Frau kauft diesen Diamantring in Ramschladen - jetzt ist sie reich
Mann tötet seine Eltern, dann ruft er die Polizei
In einer Essener Wohnung hat womöglich ein Sohn seine Eltern erstochen. Der 38-Jährige rief selbst die Polizei. Als die Beamten eintrafen, war er schwer verletzt.
Mann tötet seine Eltern, dann ruft er die Polizei

Kommentare