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Die Angeklagten Kevin A., Dominik T., Aron C., David M.l und Max W. (l-r) vor Gericht.

Vater wegen Beihilfe angeklagt

Fünf junge Männer prügeln Flüchtling bewusstlos: Prozess

Heinsberg - Schläge und Tritte selbst noch, als das Opfer schon am Boden lag. Fünf offensichtlich rechtsextreme Schläger sowie der Vater des einen stehen nun in Nordrhein-Westfalen vor Gericht.

Fünf junge Männer sollen einen Asylbewerber bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt und getreten haben - nun stehen sie in Heinsberg bei Aachen vor Gericht. Im Januar vor einem Jahr sollen sie laut Anklage mit Teleskopstöcken und speziellen Handschuhen an einer Bushaltestelle auf drei Asylbewerber eingeschlagen haben. Vorher hatten sie demnach rechte Parolen gerufen und eine Hitler-Fahne gezeigt. Als ein Opfer zu Boden ging, traten sie mit stahlverstärkten Arbeitsschuhen oder mit Springerstiefeln zu, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag beim Prozessauftakt vor dem Jugendschöffengericht Heinsberg feststellte.

Den 18 und 19 Jahre alten Männern wird gefährliche Körperverletzung, Volksverhetzung, Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen und Bedrohung in insgesamt vier Fällen vorgeworfen. Sie hätten schon vorher in wechselnder Tatbeteiligung Flüchtlinge bedroht, belästigt und auch verletzt. Zwei Angeklagte sind nach eigenen Angaben in einem Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes.

Der Vater eines Angeklagten, der seinen Sohn eigens zu der Prügelei gefahren haben soll, muss sich wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verantworten. Hätte der Vater gewusst, wozu sein Sohn nach Wassenberg wollte, „der hätte ihn bestimmt nicht gefahren“, sagte dagegen einer der jungen Angeklagten in seinem Teilgeständnis.

dpa

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