Kreuzfahrt-Unglück: Weitere Leichen entdeckt

Rom - Im Wrack der havarierten “Costa Concordia“ sind fünf weitere Leichen gefunden worden. Ein aufgezeichnetes Telefongespräch belastet indes den Kapitän zusätzlich.

Taucher einer holländischen Bergungsfirma unterstützen die Retter am Wrack des Kreuzfahrtschiffs “Costa Concordia“ bei ihrer Arbeit.  Fünf weitere Leichen wurden in dem havarierten Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ gefunden. Die Toten seien am Dienstag im überfluteten Heckteil des gekenterten Schiffes entdeckt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Damit steigt die Zahl der Opfer durch das Unglück auf elf.

Zuvor hatten die Rettungskräfte auf der Suche nach 29 Vermissten Löcher in die Außenwand des Kreuzfahrtschiffs gesprengt. Nach Angaben der italienischen Behörden handelte es sich um 14 Deutsche, sechs Italiener, vier Franzosen, zwei US-Bürger sowie jeweils eine Person aus Ungarn, Indien und Peru.

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In wenigen Stunden wollen die Sprengstoffexperten mit ihrer Arbeit fertig sein. Dann beginnt die gefährliche Arbeit für Taucher Rene Robben und seine Männer. Der Holländer zieht an seiner Zigarette, während er eine letzte Einsatzbesprechung abhält. Wie viele Glimmstängel er heute schon geraucht hat, weiß Robben nicht. Der untersetzte Chef des Teams von Spezialtauchern strahlt professionelle Ruhe aus: Das ist nicht sein erstes Wrack.

“Ein Schiff ist ein Schiff“, erklärt Robben auf die Frage ob dies für ihn eine besonders heikle Mission sei. “Die Prozedur ist klar. Zuerst birgt man das Öl und dann das Wrack.“

Bei der “Concordia“ könne es mehrere Wochen dauern, bis der Treibstoff vollständig aus den Tanks entfernt sei, sagt Marineingenieur Jan Van de Garde. “Und dann, drei Monate, sechs Monate oder sogar ein Jahr, um das Wrack zu bergen. Wie lange genau das weiß nur Gott.“

Kapitän wollte nicht auf Schiff zurückkehren

Ein aufgezeichnetes Telefongespräch mit der Küstenwacht belastet den Kapitän der „Costa Concordia“ noch weiter. Darin ist Francesco Schettino zu hören, wie er versucht, sich vor einer Rückkehr auf das Wrack zu drücken - obwohl die Evakuierung noch nicht abgeschlossen ist. Ein Mitarbeiter der Küstenwacht fordert Schettino, der bereits in einem der Rettungsboote ist, in dem Telefonat auf, wieder an Bord der „Costa Concordia“ zurückzukehren und sich um die Passagiere zu kümmern. „Das ist ein Befehl. Keine Ausflüchte mehr“, sagt der Beamte zum Kapitän.

Wie der italienische Staatsrundfunk RAI berichtet, ist mindestens ein Deutscher bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" ums Leben gekommen. Das am Montagabend geborgene Todesopfer sei einer der deutschen Vermissten. Das Auswärtige Amt in Berlin war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Es werden noch 28 Menschen vermisst, darunter 13 Deutsche.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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