+
Vier US-Marines starben bei dem Attentat. Jetzt erlag auch ein Matrose seinen Verletzungen.

Wohl kein IS-Hintergrund

Fünftes Opfer des Chattanooga-Schützen tot

Chattanooga - Ein junger Matrose ist jetzt an den Schusswunden gestorben, die er bei einem Angriff auf zwei Militäreinrichtungen am Donnerstag im US-Staat Tennessee erlitten hatte.

Das meldeten der Lokalsender Wavy-TV und CNN. Den Berichten zufolge erlag der 24 Jahre alte Matrose am Samstag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Damit ist die Zahl der Toten auf insgesamt sechs gestiegen.

Der als Mohammad Youssef Abdulazeez identifizierte Täter war am Donnerstag zu einem Rekrutierungsbüro der Armee und anschließend zu einem Marinestützpunkt nahe Chattanooga gefahren und hatte aus seinem Cabrio heraus um sich geschossen. Der Matrose wurde mehrfach im Unterleib getroffen, zwei weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen und konnten inzwischen das Krankenhaus verlassen. Der Schütze, der nach Medienberichten aus Kuwait stammt, aber schon lange in der Region lebte, wurde von der Polizei erschossen.

Keine Hinweise auf IS-Hintergrund

Nach Behördenangaben weist bislang nichts auf eine Verbindung des Täters zur IS-Terrormiliz hin. Das sagte ein Ermittler der Bundespolizei FBI am Freitag vor der Presse in Chattanooga. Es gebe weder Anzeichen, dass es sich „um einen vom IS inspirierten noch gesteuerten Angriff“ gehandelt habe, sagte der FBI-Ermittler Ed Reinhold. „Wir nehmen momentan an, dass die Tat nur von ihm selbst ausging.“

Staatsanwalt Bill Killian betonte, dass die Behörden weiter in Richtung Terrorismus ermitteln würden. Dies bedeute jedoch nicht, dass es sich an Ende um eine terroristisch motivierte Tat handeln müsse. „Wir wollen lediglich sichergehen, dass wir jeden Ansatz verfolgen“, sagte Killian.

"Etwas ist in Jordanien passiert"

Die Behörden prüfen aber unter anderem, ob der 24 Jahre alte Täter bei einem monatelangen Aufenthalt in Jordanien im vergangenen Jahr radikalisiert wurde. Ein Schulfreund sagte dem Sender CNN, Abdulazeez sei verändert zurückgekehrt. Er sei verschlossener gewesen, „etwas ist dort passiert“. Die FBI-Ermittler versuchen nun herauszufinden, ob der junge Mann während der Reise Kontakte zu Extremisten hatte.

Abdulazeez soll ein unauffälliger junger Muslim mit amerikanischer Staatsbürgerschaft gewesen sein, der Medien zufolge nur einmal wegen Trunkenheit am Steuer mit der Polizei zu tun hatte. Laut der Lokalzeitung „Times Free Press“ war er gut ausgebildet, hatte einen Ingenieursabschluss und war in mindestens einem Sportverein aktiv.

Todesschütze von Chattanooga arbeitete in Atomkraftwerk

Der mutmaßliche Todesschütze hat Ende Mai 2013 für knapp zwei Wochen in dem Atomkraftwerk Perry Nuclear Power Plant in Lake Erie gearbeitet. Der 24-Jährige sei entlassen worden, als sich herausstellte, dass er nicht die Mindestanforderungen an den Job erfüllte, wie eine Sprecherin des Energieversorgers FirstEnergy am Freitag sagte. Während dieser Zeit habe Abdulazeez allerdings nie unbegleiteten Zugang zu der Atomanlage gehabt, in Sicherheitsbereiche sei er überhaupt nicht vorgelassen worden, sagte die Sprecherin.

Zuletzt war Abdulazeez dem Sender zufolge bei einer Kabelfirma tätig, meldete sich am Montag und Dienstag vor der Tat krank und hatte am Mittwoch frei.

dpa/Afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Steinböcke treten Steine los - deutscher Wanderer tot
Bei der Beobachtung von Bergwild ist ein deutscher Wanderer in den Schweizer Alpen tödlich verunglückt.
Steinböcke treten Steine los - deutscher Wanderer tot
Sechs teils schwer Verletzte: Auto rast U-Bahn-Treppe hinab
Ein Ausweichmanöver auf einer Kreuzung in Berlin endete für einen jungen Autofahrer auf dem Bahnsteig einer U-Bahn-Station
Sechs teils schwer Verletzte: Auto rast U-Bahn-Treppe hinab
Chaos bei British Airways: IT-Panne lähmt Flugbetrieb
Verspätungen, Flugausfälle und wenig Information: Gravierende Computer-Probleme haben Kunden von British Airways am Wochenende die Reisepläne durchkreuzt. Wut und …
Chaos bei British Airways: IT-Panne lähmt Flugbetrieb
Der Kasseler Herkules trägt auf Facebook nun Badehose
Kassel (dpa) - Tourismuswerber haben der Kasseler Herkules-Statue eine Badehose angezogen - weil Facebook den nackten Hintern des Denkmals beanstandet hatte. Zuerst …
Der Kasseler Herkules trägt auf Facebook nun Badehose

Kommentare