1 von 1

Zugunglück bei Bad Aibling

So funktioniert das Zugsicherungssystem PZB

Berlin - Das Zugunglück bei Bad Aibling wirft Fragen auf. Unter anderem wie es dazu kommen konnte und wie funktioniert eigentlich das Zugsicherungssystem? Eine Antwort darauf gibt es hier:

Je schneller Züge auf einer Strecke fahren dürfen, desto höher sind die Anforderungen an zusätzliche Sicherungstechnik, die menschliche Fehler ausbügeln soll - denn auch Bremswege werden länger. Bis Tempo 160 wird die „Punktförmige Zugbeeinflussung“ (PZB) eingesetzt. Installiert ist sie nach Angaben der Deutschen Bahn als Betreiberin des Schienennetzes auch auf der eingleisigen Strecke in Bayern, auf der am Dienstag zwei Züge frontal zusammenstießen.

Bei dem PZB-System empfängt ein Gerät im Zug Signale von Magneten im Gleisbett - diese sind mit einem ersten Vorsignal und dem 1000 Meter weiter stehenden Hauptsignal verkabelt. Steht das Hauptsignal auf Rot, zeigt dies auch bereits das Vorsignal an. Der Lokführer muss mit einer Taste bestätigen, dass er dies bemerkt hat, sonst bremst ihn die Technik ab. Rollt der Zug über das rote Hauptsignal, wird ebenfalls eine Zwangsbremsung ausgelöst. Das System kann auch eingreifen, wenn Züge etwa in engen Kurven die Geschwindigkeit nicht wie vorgeschrieben gedrosselt haben.

Das 33 000 Kilometer lange Gleisnetz ist nach Bahn-Angaben inzwischen zu mehr als 96 Prozent mit PZB ausgestattet. Wo schneller als Tempo 160 gefahren wird, werden Fahrtdaten nicht nur punktuell, sondern ständig technisch kontrolliert. Diese „Linienzugbeeinflussung“ (LZB) kann ebenfalls automatische Bremsungen auslösen. Eingleisig sind etwa 15 000 Kilometer des deutschen Gleisnetzes.

Auch die Strecke des Zugunglücks bei Bad Aibling ist mit dem PZB ausgestattet. Ein Überblick zu dem Zugunglück finden Sie hier, außerdem halten wir Sie in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden.

dpa

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Buschbrände in Nordkalifornien weiter eingedämmt
Eine Woche ziehen die Brände durch Nordkalifornien, jetzt gewinnt die Feuerwehr die Oberhand. An vielen Stellen werden die Flammen zurückgedrängt, doch es werden weitere …
Buschbrände in Nordkalifornien weiter eingedämmt
Tödlicher Unfall an Tramhaltestelle - Haftbefehl gegen Fahrer
Der Autofahrer, der in der Nacht zu Samstag mit seinem Wagen in eine Tram-Haltestelle krachte und eine 57-Jährige getötet haben soll, sitzt in Untersuchungshaft.
Tödlicher Unfall an Tramhaltestelle - Haftbefehl gegen Fahrer
Weitere Häuser in Kalifornien gehen in Flammen auf
Starke Winde und extreme Trockenheit machen der Feuerwehr in Nordkalifornien zu schaffen. Die Zahl der Toten bei den verheerenden Buschbränden ist auf 38 gestiegen.
Weitere Häuser in Kalifornien gehen in Flammen auf
Buschbrände in Kalifornien: 400 Menschen vermisst
Die Feuerwalze in Nordkalifornien frisst sich unaufhörlich durch Weinberge und Buschwerk - und die Wetterbedingungen bleiben trocken und windig. Rettungskräfte fürchten, …
Buschbrände in Kalifornien: 400 Menschen vermisst

Kommentare