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Das Motto der Fußball-EM 2012 lautet "Gemeinsam Geschichte schreiben."

Fußball-EM 2012: Gemeinsames Fußballfest oder Chaos-Turnier?

Gemeinsam Geschichte schreiben. Unter diesem Motto steht die Fußball-EM 2012. Die Organisatoren aus Polen und der Ukraine wollten ursprünglich ein gemeinsames Fußballfest feiern. Anstatt aber zusammen an einem Strang zu ziehen, versuchen sie die Probleme der EM-Vorbereitungen einzeln zu meistern.

Für die Fußballfans wird es der Höhepunkt des Jahres: Vom 8. Juni bis 2. Juli richten Polen und die Ukraine die Fußball-EM 2012 aus. Noch nie haben beide Nationen ein Event dieser Größe veranstaltet. Die fehlende Erfahrung macht sich bemerkbar. Zwei Monate vor Anpfiff gibt es noch immer zu wenige Hotelzimmer, Straßen sind noch nicht gebaut und die Kosten explodieren.

Beide Länder kämpfen mit unterschiedlichen Mitteln gegen die gleichen Probleme. Polen profitiert als EU-Mitglied von Fördergeldern. Offiziell investiert das Land rund 20 Milliarden Euro in die Fußball-EM 2012. 40 Prozent der Gelder sind EU-Mittel. Die Ausgaben der Ukraine belaufen sich nach Schätzungen auf 12 bis 14 Milliarden Euro, die das Land praktisch alleine finanzieren muss.

Zu wenige Zimmer zu horrenden Preisen

Weil sich in der Ukraine Investitionen in Hotelzimmer offenbar kaum lohnen, gibt es viel zu wenige Übernachtungsmöglichkeiten für Fußball-Fans. Die Folge: Wer eines der wenigen Hotelzimmer ergattern möchte, muss tief in die Tasche greifen. Vor dem Endspiel der Fußball-EM 2012 kostet ein Doppelzimmer in Kiew im Schnitt 623 Euro. Das ist sechsmal mehr als der Normalpreis.

Um mehr Platz für die EM-Besucher zu schaffen, sollen die ukrainischen Bewohner zur Fußball-EM 2012 die Innenstädte räumen und ihre Wohnungen untervermieten. Sie erhalten an Spieltagen Sonderurlaub. Die Verantwortlichen schlagen den Fans außerdem vor, auf Campingplätzen oder in Kasernen zu übernachten. Zusätzlich sollen Studenten früher als üblich ihre Wohnheimplätze räumen und ihre Zimmer den EM-Gästen überlassen.

13 der 16 EM-Teams der Fußball-EM 2012 nächtigen in Polen

In Polen sieht die Situation besser aus. In den vier Austragungsorten gibt es für die Fans 400.000 Schlafplätze. Zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten bieten Fancamps mit 3.000 bis 5.000 Betten für lediglich 25 Euro pro Nacht.

Zur besseren Reiseplanung haben die polnischen Organisatoren sogar extra eine Internetseite für die Fußball-EM 2012 eingerichtet. Nutzer können hier ein Online-Profil anlegen. Sie geben nur ihre Nation an und erhalten hilfreiche Tipps für Anreise, Unterkunftssuche, Transfers zwischen den Spielorten und Sehenswürdigkeiten.

Nicht nur ein Großteil der Fans entscheidet sich während der Fußball-EM 2012 für eine Unterkunft in Polen, auch 13 der 16 EM-Teams werden ihr Mannschaftsquartier hier aufschlagen. Die deutsche Nationalmannschaft bewohnt den luxuriösen Landsitz Dwór Oliwski am Rande von Danzig. Von hier aus fliegt die Löw-Elf zu ihren Spielen gegen Holland, Dänemark und Portugal in die Ukraine.

Wenig Zeit für Ausbau der Infrastruktur

Seit der EM-Vergabe 2007 sind in Polen Hunderte Kilometer Straßen neu gebaut oder modernisiert worden. Die Arbeiten für die Fußball-EM 2012 sind nach eigenen Angaben zu 94 Prozent abgeschlossen. Die Flughäfen wurden ausgebaut die Bahnverbindungen verbessert. Viele Verbesserungen werden aber erst nach der Fußball-EM 2012 fertiggestellt, zum Beispiel die neuen Autobahnen. Die A2 von Berlin bis Lodz ist zwar seit Dezember freigegeben, doch das Teilstück zwischen Lodz und Warschau, etwa 90 Kilometer, wird zur Fußball-EM 2012 nur einspurig befahrbar sein. Auch der U-Bahn-Bau hinkt hinter dem Zeitplan her.

In der Ukraine werden trotz riesiger Investitionen längst nicht alle geplanten Bauprojekte fertig. Die Arbeiten an der Autobrücke über den Fluss Dnepr, der beide Teile der Millionenmetropole Kiew verbindet, werden nicht vor 2013 abgeschlossen sein. Selbst ein Großteil der Busse, die während des Turniers benutzt werden, wird man leasen müssen.

Die gute Nachricht: Sobald der Ball rollt, stehen die Fußballspiele im Mittelpunkt. Und auf den Fan-Meilen beschwert sich niemand über die schlechte Infrastruktur. Hier lautet die Devise: Daumen drücken für die deutsche Nationalmannschaft.

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