+
Rebellen außerhalb von Bani Walid am Montag

Gaddafi-Getreue greifen Ölraffinerie an

Niamey - Anhänger des bisherigen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi haben am Montag eine Ölraffinerie unter Kontrolle der Rebellen angegriffen.

Eine Gruppe legte zunächst Feuer in der Anlage Ras Lanuf, später stürmten bewaffnete Männer in einer Kolonne aus bis zu 40 Fahrzeugen den Komplex. Mindestens 15 Angreifer wurden getötet, wie ein Kommandeur der Rebellen erklärte.

In einer Hochburg der Gaddafi-Getreuen, Bani Walid, hatten die Rebellen ebenfalls mit erbittertem Widerstand zu kämpfen. Sie brachten aber den nördlichen Teil der Stadt weitgehend unter ihre Kontrolle. In Erwartung weiterer Gefechte flüchteten Familien in Dutzenden Fahrzeugen aus Bani Walid. Augenzeugen sagten, es gebe keinen Strom und kein fließendes Wasser in der Stadt. Den Geschäften gingen die Nahrungsmittel aus.

Einer der Söhne Gaddafis, Al Saadi Gaddafi, setzte sich nach Niger ab. Er habe in einem Konvoi mit neun weiteren Personen die Grenze überquert und sei im Norden des Landes abgefangen worden, sagte der nigrische Justizminister Amadou Morou am Sonntag. Die Personen seien in Richtung Agadez im Zentrum des Landes unterwegs gewesen, wo sich mehrere weitere Gaddafi-Anhänger in einem Hotel aufhalten sollen.

Wohl keine Anerkennung als Flüchtling

Morou erklärte am Sonntag, Al Saadi Gaddafi habe “keinerlei Status“ in Niger, offenbar um klarzustellen, dass der 37-Jährige nicht als Flüchtling behandelt werde. Die neue libysche Führung hatte das Nachbarland nach der Flucht mehrerer ranghoher Mitglieder des alten Regimes in den Niger aufgefordert, Gaddafi-Getreuen kein Asyl zu gewähren. Die neue Führung will Gaddafi und alle seine Söhne vor Gericht stellen.

So luxuriös lebte der Gaddafi-Clan

So luxuriös lebte der Gaddafi-Clan

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte unterdessen, die Allianz werde in dieser Woche über die Verlängerung des Libyen-Einsatzes diskutieren. Das derzeitige Mandat läuft am 27. September aus. Rasmussen sagte vor Journalisten in London, die NATO sei bereit, ihre Mission so lange wie notwendig fortzusetzen. Eine Verlängerung sei möglicherweise nötig, weil die Überreste des alten Regimes noch immer eine Bedrohung für die Bevölkerung darstellten. Rasmussen versicherte gleichzeitig, die NATO wolle ihr Engagement nicht in die Länge ziehen und es so schnell beenden, wie die Umstände es erlaubten.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tödliches Autorennen: Berliner Raser wegen Mordes verurteilt
Das Urteil war mit Spannung erwartet worden. Es ging um ein illegales Rennen von zwei jungen Sportwagenfahrern durch Berlin. Dabei starb vor einem Jahr ein unbeteiligter …
Tödliches Autorennen: Berliner Raser wegen Mordes verurteilt
Mann starb bei illegalem Autorennen: Raser wegen Mordes verurteilt
Berlin - Bei einem illegalen Autorennen am Ku‘damm starb im vergangenen Jahr ein unbeteiligter Mann. Nun wurden die Raser verurteilt - und zwar wegen Mordes.
Mann starb bei illegalem Autorennen: Raser wegen Mordes verurteilt
Mutter ließ sie kurz allein: Zwillinge ertrinken in Waschmaschine
Neu Delhi - Nur kurz ließ eine Mutter in Indien ihre dreijährigen Zwillinge in der Wohnung alleine. Als sie wieder zurückkam, waren die Kinder verschwunden - und ein …
Mutter ließ sie kurz allein: Zwillinge ertrinken in Waschmaschine
Joelle (15) ging auf die Toilette - und kehrte nicht zurück
Laufenburg - Von einer 15-Jährigen aus Bad Säckingen fehlt jede Spur. Die Jugendliche war mit ihrer Mutter bei einer Faschingsveranstaltung gewesen. Doch nach einem …
Joelle (15) ging auf die Toilette - und kehrte nicht zurück

Kommentare