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Muammar al-Gaddafi sucht unter seinen Anhängern Freiwillige für den "Dschihad".

Gaddafi sucht Freiwillige für Heiligen Krieg

Tripolis - Gaddafi ruft zum “Dschihad“ auf. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass dieser Aufruf auf fruchtbaren Boden fallen wird. Die Aufständischen können ihre Position außenpolitisch festigen.

Der von den Rebellen bedrängte libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat zum Heiligen Krieg aufgerufen und sucht jetzt Freiwillige für die Front. Die staatliche Nachrichtenagentur Jana veröffentlichte am Montag einen Aufruf des Verteidigungsministeriums zum “Heiligen Krieg“. Darin hieß es, Männer und Frauen sollten sich den nun neu eröffneten Rekrutierungsbüros meldeten. Sie würden dann in “Gotteskrieger“-Einheiten eingesetzt, um gegen die “Kreuzritter“ (die Nato) und die “Verräter-Banden“ (die Rebellen) zu kämpfen. Beobachter in Tripolis gehen allerdings nicht davon aus, dass sich eine große Zahl von Freiwilligen melden wird.

Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates in Bengasi, Mustafa Abdul Dschalil, wies am Montag Überlegungen zurück, Gaddafi könne im Falle eines Rücktritts unter Umständen unbehelligt im Land bleiben: “Ich möchte betonen, dass es weder jetzt noch in der Zukunft für Gaddafi die Möglichkeit gibt, in Libyen zu bleiben.“ Gaddafi müsse entmachtet und vor Gericht gestellt werden.

Die Führung der Aufständischen macht auf politischer Ebene derzeit weiter Fortschritte. Die türkische Regierung erkannte den Nationalen Übergangsrat als legitime Vertretung der Libyer an. Außenminister Ahmet Davutoglu versprach der Rebellenführung am Sonntagabend in Bengasi zudem 200 Millionen US-Dollar (138 Millionen Euro). Türkische Medien schrieben am Montag, dies bedeute eine weitere Abkehr der Türkei von Gaddafi.

Das von der Türkei zugesagte Geld soll vor allem für den Aufbau der Infrastruktur und eine Wiederinbetriebnahme des Flughafens in Bengasi verwendet werden. Die Fluggesellschaft Turkish Airlines hat erklärt, sie wolle wieder Flüge nach Bengasi aufnehmen, sobald die Sicherheitslage dies erlaube. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Gaddafi immer wieder zu einer friedlichen Lösung aufgefordert und mehrfach mit ihm telefoniert. Er hatte ihm auch Hilfe beim Verlassen des Landes angeboten.

Wie die Agentur Jana weiter berichtete, bezeichnete der libysche Ministerpräsident Al-Baghdadi Al-Mahmudi die Waffenlieferungen Frankreichs an die Rebellen als Verstoß gegen die Libyen-Resolution der Vereinten Nationen. In der vergangenen Woche hatte die französische Regierung eingeräumt, die Aufständischen in ihrem Kampf gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi ohne Absprache mit den Nato-Verbündeten mit Waffenlieferungen unterstützt zu haben.

dpa

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