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Das bringt sie nun vor Gericht: Drei Männer behindern in Bremervörde nach einem tödlichen Unfall die Arbeit der Rettungskräfte.

Behinderung der Polizei

Nach Unfall mit zwei Toten: Gaffer vor Gericht

Bremervörde - Immer öfters zücken Schaulustige bei Unfällen ihre Handys und behindern dabei nicht selten die Rettungskräfte bei der Arbeit. Drei rabiate Gaffer stehen nun vor Gericht.

Als mutmaßliche Gaffer stehen drei Männer in Niedersachsen vor Gericht. Sie sollen sich den Anweisungen der Einsatzkräfte nach einem Unfall mit zwei Toten in Bremervörde widersetzt haben. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten zum Prozessauftakt Bedrohung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und versuchte Nötigung vor.

Kurz nach Beginn der Verhandlung wurde der Prozess ausgesetzt. Die Jugendrichterin Swantje Gerdes-Franski schloss sich am Donnerstag einem entsprechenden Antrag der Verteidigung an. „Die Beiziehung der Hauptakte halte ich für erforderlich“, sagte die Richterin. Die Staatsanwaltschaft hatte sich zuvor ebenfalls dafür ausgesprochen.

Die Verhandlung am Amtsgericht Bremervörde wird von einer Jugendrichterin geleitet, weil einer der Angeklagten zur Tatzeit noch Heranwachsender war. Das Strafmaß für die drei angeklagten Männer im Alter von 20, 26 und 35 Jahren wird nach Einschätzung des Direktors des Amtsgerichts, Helmut Claudé, zwei Jahre nicht überschreiten. 

Das Gericht wird nun einen neuen Prozesstermin anberaumen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor erklärt, er hoffe, dass der Prozess in Bremervörde eine abschreckende Wirkung auf Nachahmer hat. „Wir haben dort oder erst letzte Woche wieder in Hagen gesehen, wie Bilder wehrloser Unfallopfer ins Netz gestellt oder die Rettungsarbeiten teils live gestreamt werden - und zwar ausschließlich, um sich wichtig zu machen“, sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur. Wenn Rettungsarbeiten behindert würden oder Bilder der Opfer im Netz landeten, müsse das härter bestraft werden.

Niedersachsen habe daher über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative angeschoben, wonach künftig Haft- oder Geldstrafen drohen sollen, wenn die Arbeit von Polizei und Rettungskräften behindert wird.

Gafferalarm in Deutschland

dpa

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