Kaufhauskette in Not

Galeria Karstadt Kaufhof rettet mehrere Filialen

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  • Tobias Möllers
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  • Svenja Wallocha
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  • Katrin Eva Walter

Galeria Karstadt Kaufhof schließt weniger Warenhäuser als zunächst angenommen. Immer noch sind es aber 56 Filialen. Für Frankfurt gibt es vorerst keine guten Nachrichten.

  • Der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH droht wegen der Corona*-Krise die Pleite.
  • Ursprünglich 62 Filialen der insgesamt 170 sollten bundesweit dicht gemacht werden.
  • Nun gibt es gute Nachrichten für mehrere Geschäfte – nicht aber für Frankfurt.

Update vom Freitag, 03.07.2020, 14.32 Uhr:  Die ins Schlingern geratene Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließt weniger Filialen als ursprünglich vorgesehen. Statt 62 müssen nun nur 56 Läden dicht machen. Vorerst gerettet sind die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Goslar, Nürnberg und Potsdam sowie die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen. Rund 750 Angestellte behalten so ihren Arbeitsplatz. Das gab das Unternehmen am Freitag (03.07.2020) bekannt. Zuvor hatten die Vermieter der Immobilien, in denen die Kaufhäuser ansässig sind, Zugeständnisse an Galeria Karstadt Kaufhof gemacht.

Für die übrigen Warenhäuser auf der Schließungsliste – darunter auch die Karstadt-Filiale auf der Zeil in Frankfurt gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings „heute“ keine positiven Nachrichten, hieß es aus der Galerie-Karstadt-Kaufhof-Chefetage. Hier gebe es weiterhin keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive. Die Gewerkschaft Verdi will dennoch weiterkämpfen, um auch andere Standorte zu erhalten. Sie sprach von einem „Etappenerfolg“. In mehreren betroffenen Kommunen wehrt sich außerdem die Politik. Vielerorts fürchtet man eine Verödung der Innenstädte.

Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen: Protest auf der Zeil in Frankfurt

Update vom Dienstag, 30.06.2020, 10.34 Uhr: Auch der Karstadt-Filiale auf der Zeil droht das Aus. Kampflos nehmen Gewerkschafter, Mitarbeiter und Politiker die Schließung jedoch nicht hin. Am Montagnachmittag (29.06.2020) versammelten sich vor der Karstadt-Filiale auf der Zeil in Frankfurt* etliche Demonstranten. „Es ist so unfair. Man weiß nicht, was und wem man noch glauben kann“, sagte ein Mitarbeiter. Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) war vor Ort dabei.

Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen: Protest auf der Zeil in Frankfurt

Update vom Montag, 29.06.2020, 11.53 Uhr: Am Montagnachmittag (29.06.2020) findet vor dem dem Karstadt-Gebäude auf der Zeil in Frankfurt eine Kundgebung statt. Menschen versammeln sich dort gegen 14 Uhr, um gegen die Schließung der Filiale zu protestieren.

Es gibt aber noch Hoffnung für die Filiale: Der Vermieter des Gebäudes in Frankfurt hat angeboten, die Miete zu senken – das ergäbe eine Gesamtersparnis von mehr als einer Million Euro. Mit diesem Angebot könnte das Gebäude vermutlich doch erhalten werden. Das muss jedoch der Generalbevollmächtigte von Galeria Karstadt Kaufhof entscheiden.

Nach Galeria Karstadt in Frankfurt: Neue Handelsflächen geplant

Update vom Montag, 22.06.2020, 14.23 Uhr: 62 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof werden geschlossen, darunter auch an prestigeträchtige Standorten wie in Frankfurt an der Zeil. Sorgen, dass mitten an der beliebten Einkaufsmeile nun eine Lücke entsteht, muss man sich wohl trotzdem nicht machen. 

Aniko Korsos, Leiterin des Einzelhandelsteams West beim Maklerunternehmen Jones Lang Lasalle, sagte zur Nachnutzung der Karstadt-Immobilie, es werde zwar kein Warenhaus einziehen, doch sei schon von einer Projektentwicklung die Rede, die auch in Zukunft Handelsflächen im Erdgeschoss und im Stockwerk darüber vorsehe. Die Obergeschosse ließen sich dagegen in dieser Lage leicht anders nutzen, etwa als Büros, für Wohnen oder für ein Hotel. Das berichtet faz.net.

Galeria Karstadt Kaufhof: Filialen schließen - Auch Mainz stellt sich neu auf

Ähnlich sieht es dem Bericht nach in Mainz aus: Auch hier wird das Karstadt-Kaufhaus an der zentralen Ludwigstraße geschlossen. Das dürfte dazu führen, dass es an der „Lu“ nun schneller als ohnehin geplant zu einer Neuaufstellung kommt. Pläne dafür gibt es bereits. Sie sollen vom Stadtrat nun möglicherweise noch vor der Sommerpause beschlossen werden.

Update vom Sonntag, 21.06.2020, 14.03 Uhr: Galeria Karstadt Kaufhof droht wegen der Corona-Krise die Pleite. Deshalb schließt der Konzern 62 von 172 Filialen in Deutschland. Der Rotstift macht aber auch nicht vor der Tochter Karstadt Sports halt. 20 der 30 Filialen sollen bundesweit geschlossen werden - darunter viele Filialen in Hessen. Nach Informationen des Spiegels steht bei folgenden Standorten das Aus für Karstadt Sports fest:

  • Frankfurt
  • Hanau
  • Wiesbaden
  • München
  • Kiel
  • Hamburg
  • Rosenheim
  • Norderstedt
  • Düsseldorf

Galeria Karstadt schließt 62 Filialen: Es steht fest, wo in Hessen dicht gemacht wird 

+++ 15.48 Uhr: 62 der 172 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof werden geschlossen, dazu kommen ein noch nicht geöffnetes Kaufhaus in Berlin-Tegel und zwei Schnäppchencenter. Betroffen sind damit Häuser in allen Bundesländern außer in Thüringen. Die betroffenen Filialen sortiert nach Standorten:

  • Berlin Charlottenburg (Karstadt)
  • Berlin Gropius-Passage (Karstadt)
  • Berlin Hohenschönhausen (Kaufhof)
  • Berlin Müllerstraße (Karstadt)
  • Berlin Ringcenter (Kaufhof)
  • Berlin Tempelhof (Karstadt)
  • Bielefeld (Karstadt)
  • Bonn (Karstadt)
  • Braunschweig (Kaufhof)
  • Bremen (Kaufhof)
  • Bremerhaven (Karstadt)
  • Brühl (Kaufhof)
  • Chemnitz (Kaufhof)
  • Dessau (Karstadt)
  • Dortmund (Kaufhof)
  • Dortmund (Karstadt)
  • Düsseldorf Schadowstraße (Karstadt)
  • Düsseldorf Wehrhahn (Kaufhof)
  • Essen (Kaufhof)
  • Essen (Karstadt)
  • Flensburg (Karstadt)
  • Frankfurt Hessen-Center (Kaufhof)
  • Frankfurt (Schnäppchencenter - nur temporärer Betrieb)
  • Frankfurt Zeil (Karstadt)
  • Fulda (Kaufhof)
  • Gießen (Schnäppchencenter)
  • Göppingen (Kaufhof)
  • Goslar (Karstadt)
  • Gummersbach (Karstadt)
  • Gütersloh (Karstadt)
  • Hamburg AEZ (Kaufhof)
  • Hamburg Bergedorf (Karstadt)
  • Hamburg Mönckebergstraße (Kaufhof)
  • Hamburg Wandsbek (Karstadt)
  • Hamm (Kaufhof)
  • Hannover Georgstraße (Karstadt)
  • Ingolstadt (Kaufhof)
  • Iserlohn (Karstadt)
  • Köln Weiden (Kaufhof)
  • Landau (Kaufhof)
  • Leonberg (Karstadt)
  • Leverkusen (Kaufhof)
  • Lübeck (Karstadt)
  • Mainz (Karstadt)
  • Mannheim N7 (Kaufhof)
  • Mönchengladbach Reydt (Karstadt)
  • München Am Nordbad (Karstadt)
  • München OEZ (Karstadt)
  • München Stachus (Kaufhof)
  • Neubrandenburg (Kaufhof)
  • Neumünster (Karstadt)
  • Neunkirchen (Kaufhof
  • Neuss (Kaufhof)
  • Norderstedt (Karstadt)
  • Nürnberg (Karstadt)
  • Nürnberg Langwasser (Karstadt)
  • Osnabrück (Kaufhof)
  • Potsdam (Karstadt)
  • Singen (Karstadt)
  • Stuttgart Bad Cannstatt (Kaufhof)
  • Sulzbach MTZ (Karstadt)
  • Trier Simeonstraße (Karstadt)
  • Witten (Kaufhof)
  • Worms (Kaufhof)

    In Hessen ist außerdem der Logistikstandort Dietzenbach betroffen - auch diese Arbeitsplätze werden wohl verloren gehen.

Galeria Karstadt Kaufhof: Die Filiale in Hanau bleibt erhalten

+++ 15.18 Uhr: Nicht betroffen von den Schließungen der 62 Filialen bei Galeria Karstadt Kaufhof ist Hanau. Entsprechend groß ist die Erleichterung in der Brüder-Grimm-Stadt. 

„Auch wenn der bevorstehende Weg für alle Beteiligten sicher kein leichter wird, freue ich mich, dass der Standort in Hanau, der bis Corona solide aufgestellt war, die Chance erhält, zu neuem Glanz und Erfolg zurückzukehren“, sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Einziger Wermutstropfen, der die Freude trübe, sei die weiterhin ungeklärte Frage zur Zukunft der Karstadt Sport-Filiale im City Center.

Galeria Karstadt Kaufhof: Schließungen von 62 Filialen „ohne Alternative“

+++ 15.06 Uhr: Bei der Sanierung von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) wird es ernst: Insgesamt 62 Filialen von 172 sowie zwei Schnäppchencenter sollen geschlossen werden. Dadurch werden wohl 6000 der insgesamt 28.000 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren. 

„Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden“, sagte der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Letztlich gehe es darum, Galeria Karstadt Kaufhof und damit viele tausend Arbeitsplätze zu sichern. Für die Schließungsfilialen bestehe angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive mehr, betonte Gleiwitz.

Galeria Karstadt Kaufhof: Diese Filialen in Hessen machen dicht

+++ 13.26 Uhr: Jetzt steht fest, welche Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof in Hessen dicht gemacht werden sollen. Nach Informationen von „Hit Radio FFH“ schließen die Karstadt-Häuser auf der Zeil in Frankfurt und im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach sowie die Kaufhof-Filialen in Frankfurt-Bergen-Enkheim und in Fulda.

In Gießen hingegen ist das Bangen beendet: Nach Informationen der Gießener Allgemeinen Zeitung wird die Gießener Filiale der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof erhalten* bleiben. Das soll den rund 200 Mitarbeitern am Freitag um 14 Uhr im Rahmen einer Betriebsversammlung mitgeteilt werden. 

Schock für Mitarbeiter: Galeria Karstadt schließt 62 Filialen

+++12.04 Uhr: Die Nachricht, dass 62 Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließen sollen, ist für die Beschäftigten des Konzerns ein Schock. Kampflos wollen sie jedoch nicht aufgeben. 

Laut „echo-online.de“ demonstrieren aktuell etwa 100 Mitarbeiter gegen den Kahlschlag bei Karstadt Kaufhof in der Elisabethenstraße in Darmstadt. In der Region in Südhessen, in Darmstadt und in der Filiale in Viernheim beschäftige der Konzern über 300 Mitarbeiter. Vor Ort ist auch der Bundestagsabgeordnete Bijan Kaffenberger (SPD), der Oberbürgermeister von Darmstadt, Jochen Partsch (Grüne), war ebenfalls dort.

Wegen Corona: Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof - Informationen zu Schließungsplänen

+++11.11 Uhr: Über die Schließungspläne der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sollen die rund 28.000 Beschäftigten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an diesem Freitag (19.06.2020) gegen 14 Uhr informiert werden. Zuvor würden bereits Führungskräften gegen 12 Uhr Einzelheiten zur Zukunftsplanung mitgeteilt.

Der Warenhauskonzern will insgesamt 62 Filialen schließen. Bisher ist jedoch noch unbekannt, welche Filialen des Unternehmens Galeria Karstadt Kaufhof* betroffen sein werden. Tausende Stellen bei dem Konzern dürften wegfallen.

Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof - 62 Filialen sollen geschlossen werden

Update vom Freitag, 19.06.2020, 08.52 Uhr: Tausende Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof bangen derzeit um ihre Existenz. Die Corona-Krise hat Deutschlands letzter großen Warenhauskette schwer zugesetzt. Harte Einschnitte sollen ihr Überleben sichern. 

Wie nun bekannt wurde, wird der Konzern 62 Filialen in Deutschland schließen, insgesamt sind es 172. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen. Die Zahl der Filialschließungen fällt damit zumindest etwas geringer aus als zunächst befürchtet. Erst war von bis zu 80 die Rede. Welche Filialen von den Schließungen betroffen sind, ist jedoch noch nicht klar.

Wegen Corona: Galeria Karstadt Kaufhof schließt 62 Filialen

Doch das ist wohl nur ein kleiner Trost. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ dürften rund 6000 der 28.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Auch in vielen der von den Schließungen betroffenen Kommunen dürfte Alarmstimmung herrschen. 

Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund warnte schon bei Bekanntwerden der ersten Schließungspläne im Mai vor der Gefahr einer Verödung vieler Innenstädte. „Galeria Kaufhof Karstadt ist nicht irgendwer. Die Warenhäuser sind für viele Innenstädte systemrelevant“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade für viele strukturschwächere Innenstädte sei ein Verlust der Warenhäuser nach seiner Einschätzung kaum auszugleichen.

Wegen Corona: Galeria Karstadt Kaufhof droht Pleite - Unsichere Lage bei Filialen im MTZ

Update vom Freitag, 12.06.2020, 13.42 Uhr: Nachdem Mitte Mai dieses Jahres bekannt wurde, dass der Konzern Galeria Karstadt Kaufhof plant deutschlandweit insgesamt 80 Filialen zu schließen, ist weiterhin unklar welche es treffen wird. „Insgesamt 80 Filialen sollen geschlossen werden“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Matthias Schäfer auf Anfrage. 

Er gibt zu bedenken, dass hinter den Doppel-Standorten (eine ehemalige Karstadt- und eine frühere Galeria-Kaufhof-Filiale), etwa im Sulzbacher Main-Taunus-Zentrum (MTZ), ein großes Fragezeichen stehe. So ist es zum Beispiel auch bei den beiden Filialen auf der Frankfurter Zeil. Schäfer sagt, er könne aber keine Zahlen zu den Filialen im Main-Taunus-Zentrum nennen, ob sie gut laufen oder Minus machen. Auch zur strategischen Ausrichtung könne er nichts sagen. Für den 22. Juni sei eine Gläubigerausschusssitzung geplant, nach der möglicherweise zumindest einige Filialen genannt werden, die dann wahrscheinlich zwischen September dieses Jahres und Januar 2021 schließen.

Wegen Corona: Galeria Karstadt Kaufhof droht Pleite - Unsichere Lage im MTZ

Die Gewerkschaft Verdi ruft in den Verhandlungen über die Zukunft der Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen das Land Hessen um Hilfe. Sie fordere die schwarz-grüne Landesregierung auf, alles Mögliche zu unternehmen, damit diese Entwicklung in ein sozialverträgliches Ergebnis münde, erklärte Verdi am Mittwoch in einem Schreiben an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). 

Laut Verdi hätte ein Sterben von Galeria Karstadt Kaufhof starke negative Entwicklungen für die betroffenen Kommunen und deren Einzelhandelskultur. Man verliere die Arbeitsplätze der Beschäftigten ebenso wie das, was einen funktionierenden Sozialstaat ausmache: lokalen Handel mit Mitbestimmung und Steuereinnahmen. Das Schreiben ist von den Verdi-Betriebsräten der Karstadt- und Kaufhof-Filialen in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, und weiteren Städten unterzeichnet.

Wegen Corona droht Galeria Karstadt Kaufhof die  Pleite: Arbeitsplätze in Hessen in Gefahr

Update vom Mittwoch, 10.06.2020, 16.40 Uhr: Die Corona-Krise hat schwere Auswirkungen auf die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH. Von den bundesweit 172 Filialen könnten etwa 80 dicht gemacht werden. Allein in Hessen könnten, nach Schätzung der Gewerkschaft Verdi, fast 3000 Beschäftigte betroffen sein. Auch die Mitarbeiter des Kaufhofs in Hanau bangen. Bisher haben sie keine Klarheit.

Auch eine Betriebsversammlung am Montag (08.06.2020) brachte keine Neuigkeiten zur Lage der Galeria-Kaufhof-Filiale in Hanau*. Marcus Schäuble von der Gewerkschaft Verdi zeichnet ein düsteres Bild: „Die Leute sind resigniert“, klagt er. Erst am 22. Juni findet der Gläubigerausschuss statt. Danach wird bekannt, ob es für den Kaufhof in Hanau noch eine Zukunft gibt oder ob die Filiale zu denen gehört, die dicht machen müssen.

Galeria Karstadt droht Corona-Pleite: Tausende Arbeitsplätze in Hessen in Gefahr

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 10.09 Uhr: Der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH droht die Pleite. Die Corona-Krise hat das schon lange angeschlagene Unternehmen hart getroffen. Etwa 80 Filialen könnten nun bundesweit dicht gemacht werden.

Wie Verdi Hessen mitteilt, droht nun auch im Herbst 2020 die Schließung der Galeria-Logistik am Standort Dietzenbach* im Kreis Offenbach. Bereist Ende Mai sollen die über 220 Beschäftigten von der Geschäftsleitung darüber informiert worden sein. Laut Verdi sind die Angestellten fassungslos über die Entscheidung. Einige seien dort seit mehr als 25 Jahren beschäftigt, andere bereits bis zu 45 Jahre. 

Verdi weist im Zuge des Insolvenzverfahrens von Galerie Karstadt Kaufhof den Kahlschlag der Filialen zurück und fordert eine Investitionsplanung vom Eigentümer und den Gesellschaftern. Außerdem will Verdi Unterstützung aus der Politik und von den Kommunen, auch in Form von Staatshilfen.

Galeria Karstadt Kaufhof vor Pleite: Tausende Mitarbeiter bangen um Arbeitsplätze

Erstmeldung vom Samstag, 30.05.2020, 11.47 Uhr: Hessen/Frankfurt – Dem seit langem angeschlagenen Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof GmbH droht die Pleite. Nach den wegen der Corona-Krise angeordneten Ladenschließungen hatte der ohnehin mit roten Zahlen kämpfende Warenhauskonzern Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren gesucht. Einer Vorstufe eines Insolvenzverfahrens, bei der der Schuldner aber die Kontrolle über sein Unternehmen behält.

Für viele Beschäftige war diese Nachricht ein Schock. Denn fast jedem zweiten Kaufhaus droht die Schließung. Bundesweit gibt es derzeit noch rund 30.000 Mitarbeiter in den gut 170 Filialen. In Hessen sind es etwa 3000 Angestellte in insgesamt 19 Filialen. Darunter in Frankfurt, Limburg, Gießen, Darmstadt und Kassel. Etwa 80 Filialen könnten bundesweit dicht gemacht werden. Erste Informationen über die angestrebten Schließungen, auch in Hessen, sollen in den nächsten Tagen kommen.

Galeria Karstadt Kaufhof droht die Pleite: Auch Filialen in Hessen droht Schließung

In vielen hessischen Städten gab es am Freitag (29.05.2020) Demonstrationen. In Gießen verteilten Mitarbeiter von Galeria Kaufhof Karstadt in der Einkaufstraße Seltersweg „rote Herzen für Karstadt“, wie die Gießener Allgemeine* berichtete. Ihnen standen Tränen der Rührung in den Augen, denn bei der Aktion unter dem Motto „Wir kämpfen gemeinsam für Karstadt“ kamen 32.000 Unterschriften zusammen. 

Eine Solidaritätsbekundung für Karstadt in Gießen gab es sogar vom Bistum Mainz. In Kassel hatte die Gewerkschaft Verdi eine Betriebsversammlung organisiert. Dort gingen 99 schwarze Luftballons in die Höhe. Zum einen im Gedenken an die Corona-Toten, es sollte jedoch auch ein symbolischer Akt sein. „Wir gedenken der zahlreichen Beschäftigten des Handels, die von Entgeltabsenkung und Arbeitsplatzverlust bedroht sind“, sagte der zuständige Fachsekretär Handel von Verdi Nordhessen, Manuel Sauer dem HR.

Auch die Zukunft der Kaufhof-Filiale in Hanau ist noch ungewiss. Die Mitarbeiter hoffen bald auf Klarheit. 

Mitarbeiter der Galeria Kaufhof Karstadt bangen um ihre Jobs: Verdi fordert Staatshilfen

Im Ringen um die Rettung der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof fordert die Gewerkschaft Verdi ein Eingreifen des Staates. „Es ist jetzt Zeit für eine politische und finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten durch die Politik in den Kommunen, Gemeinden sowie Landesregierungen und der Bundesregierung“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Orhan Akman am Dienstag nach einer Sitzung der Tarifkommission für den Warenhauskonzern am Dienstag in Essen. Unterstützung sei auch „in Form von Staatshilfen“ erforderlich, betonte Akman. Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hatte erst kürzlich die Verhandlungen mit der Bundesregierung über ein staatliches Rettungspaket abgeschlossen. Den neun Milliarden Euro Kredit muss der Konzern erst 2023 zurückzahlen, dafür jedoch Start- und Landerechte in München und Frankfurt abgeben. 

Die Corona-Krise hatte die Warenhauskette Galeria Kaufhof Karstadt in eine äußerst schwierige Situation gebracht. „Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus“, sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Der Konzern könne deshalb nur durch harte Einschnitte überleben. Bis Ende Juni soll feststehen, wer welche Beiträge zur Sanierung leistet und im Anschluss ein Insolvenzplan erstellt werden, über den die verschiedenen Gläubigergruppen im Juli abstimmen.

Auch die beliebte Laufschuh-Kette Runners Point schließt alle Filialen in Deutschland - auch sechs in Hessen sind darunter. Rund 900 Beschäftigte sind betroffen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona steht eine neue Methode im Fokus. Diese könnte einen wichtigen Zeitgewinn bringen.

svw (mit dpa)

*giessener-allgemeine.de, heidelberg24.de und op-online.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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