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Ganze Häuserzeilen ins Meer gespült

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- Colombo/Male - "Ich hatte nur noch Angst, als ich die Wellen sah." Der Spediteur R. Mohammed war im Hafen von Colombo gerade dabei, seine Lastwagen zu beladen, als die Katastrophe über Sri Lanka hereinbrach. Die durch ein Beben vor Sumatra ausgelöste Flutwelle war an den Küsten von Sri Lanka und Südindien am größten. 4500 Menschen starben, nach Behördenangaben vom Abend sind darunter mindestens 100 Touristen.

In Muttur, im Nordosten von Sri Lanka, waren die Wellen bis zu sechs Meter hoch. Und niemand war darauf vorbereitet. "Ich sah die Leichen von Kindern, die in Stacheldraht verheddert waren", berichtete der Fotograf Gemunu Amarasinghe aus Süd-Ceylon. Einige Bewohner seien noch zum Strand geeilt, um an die Küste geworfene Fische einzusammeln. Dabei wurden sie von der Flutwelle, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 Stundenkilometern näherte, ins Meer gerissen.

Zahllose Fischer wurden auf hoher See von der Katastrophe überrascht. "Es war schockierend, mitansehen zu müssen, wie die Fischerboote auf den Schultern der Wellen hin und her geworfen wurden, als ob sie aus Papier wären", sagte P. Ramanamurthy aus der indischen Stadt Kakinada. "Viele Boote überschlugen sich, aber die Fischer klammerten sich noch an sie. Dann wurden sie ins Meer geworfen."

An vielen Stränden zog sich die Flut so schnell wieder zurück, wie sie gekommen war. In anderen Küstenregionen stiegen die Wassermassen aber weiter an. So wurden die Hütten von 2500 Fischern in den tiefer gelegenen Stadtteilen von Madras, den Chennai, überflutet. Im Bezirk Nellore brachte die Gewalt der Wellen einen Leuchtturm zum Einsturz. In anderen Gebieten wurden ganze Häuserzeilen weggerissen.

In Male, der Hauptstadt der Malediven, begannen die Menschen unmittelbar nach der Flut, die Ufer mit Sandsäcken zu verbarrikadieren, weil mit einer Rückwelle gerechnet wird", berichtet der Pilot Dieter Malina (43). Der bei Hamburg lebende Malina tankte in Male gerade seine Maschine auf: "Dann kam die große Flutwelle und überschwemmte alles. Ich konnte mich auf das Dach meines Flugzeugs retten." Urlauber berichteten, dass gesamte Hotelanlagen ins Meer gespült wurden. Male stand zu zwei Dritteln unter Wasser. Der Kontakt zu kleineren Außeninseln war abgebrochen.

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