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Den deutschen Raumfahrer Alexander Gerst hat Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Will junge Menschen inspirieren

Bundesverdienstkreuz für Raumfahrer Gerst

Berlin - Bundespräsident Joachim Gauck hat den deutschen Raumfahrer Alexander Gerst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Der war bei der Ordensverleihung „nervöser als beim Start ins Weltall".

Gerst (38) erhielt den Orden am Dienstag im Berliner Schloss Bellevue - „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Verdienste“. In einer kurzen Ansprache würdigte Gauck die Zusammenarbeit zwischen Europäern, Amerikanern und Russen in der Raumfahrt. „Dies sollte nicht wissenschaftliche Ausnahme, sondern Vorbild und Anstoß für Frieden, Ausgleich und Zusammenarbeit hier untern auf der Erde sein.“ Der Bundespräsident hob auch die Bedeutung der Erforschung des Weltalls hervor - trotz der hohen Kosten. „Nicht zuletzt wird die Raumfahrt immer wichtiger für die Beantwortung globaler Zukunftsfragen der Menschheit - etwa Klimawandel und Erwärmung.“

Gerst hatte von Mai bis November vergangenen Jahres auf der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet. Seine Fotos und die bunten Berichte, die er aus dem Weltraum über die sozialen Netzwerke verbreitete, verschafften ihm und seiner Mission große Popularität. Ein faszinierendes Video aus 12.500 Bildern, die während seiner sechs Monate im All entstanden, zeigt atemberaubende Aufnahmen unseres Planeten bei Nacht und Naturphänomene wie die Polarlichter. Es wurde bisher über 2,3 Millionen Mal auf Youtube angeklickt.

„Wahlfreiheit und Inspiration“ nannte Gerst in seiner Dankesrede die wichtigsten Wurzeln seines Erfolgs. „Ich bin froh und glücklich, dass ich in einem Land aufwachse, wo wir die freie Wahl haben, freie Berufswahl, wo wir etwas studieren können, auch wenn unsere Eltern vielleicht nicht reich sind.“ Nun fühle er die Verantwortung, „ein bisschen was zurückzugeben“ und selbst junge Menschen zu inspirieren.

Gerst dankte den vielen Mitarbeitern, unter anderem bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, aber auch seinen Eltern und Großeltern. Sie hätten nie versucht, ihm die Neugier auszutreiben. Neben seinen Eltern und seiner Lebensgefährtin war auch Gersts Großmutter bei der Zeremonie im Schloss Bellevue dabei.

Gerst war "nervöser als beim Raketenstart"

Der deutsche Raumfahrer war bei der Ordensverleihung durch Bundespräsident Joachim Gauck „nervöser als beim Start der Rakete“ ins Weltall. „Es ist mir eben nicht immer recht, so im Rampenlicht zu stehen“, sagte Gerst am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Sich auf die Zeremonie mit Gauck vorzubereiten, sei ihm ungewöhnlich schwer gefallen. „Jedenfalls war ich für meinen Ausstieg in den freien Kosmos besser trainiert als auf diese Ehrung“, meinte der Geophysiker.

Er habe den Orden stellvertretend für das ganze Team angenommen, das an der Mission beteiligt war, sagte Gerst. Ob er die Auszeichnung in ein Bankschließfach lege oder daheim an die Wand hänge, wisse er noch nicht. „Aber ich finde sicher einen guten Platz dafür“, meinte er.

Nach der Mission auf der ISS und den medizinischen Untersuchungen freue er sich auf seinen Urlaub im März in Patagonien. „Der Ort sah von der ISS wunderschön aus, das hat bei der Wahl schon eine Rolle gespielt“, erzählte Gerst.

Für seine Mission in rund 400 Kilometer Höhe war Gerst bereits zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Künzelsau (Baden-Württemberg) ernannt worden. Gerst war der elfte Deutsche im Kosmos und der dritte auf der Raumstation ISS. Einen weiteren Einsatz im Weltraum schließt er nicht aus.

dpa

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