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Gebrauchtwagen kaufen ist kein Lotteriespiel. Wer ein paar Tipps beachtet, hat viel Freude mit seinem neuen Gebrauchten.

Gebrauchtwagen-Check: So sind Sie auf der sicheren Seite

Gebrauchtwagen sind günstig und gut – wenn man sich für den richtigen entscheidet. Sehen Sie deshalb vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag genau hin, dann haben Sie hinterher mehr Spaß an Ihrem Auto. Hier eine Anleitung, worauf Sie achten sollten.

Gebrauchtwagen sind oft in Top-Form. Mussten Käufer früher noch mit hohen Reparaturkosten rechnen, sind heute kaum mehr teure Nachbesserungen nötig. Im Schnitt werden in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf etwa 50 Euro fällig, wie aus einer Erhebung des Fahrzeugdaten-Dienstleisters DAT hervorgeht. Demnach ist die Qualität von Gebrauchtwagen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. 1988 mussten Käufer noch mit Kosten von rund 330 DM (169 Euro) für die Nachbesserung in den ersten Monaten rechnen. Trotzdem sollten Sie einen Gebrauchtwagen vor dem Kauf ordentlich durchchecken.

Informationen einholen

Wenn Sie sich für ein Modell entschieden haben, informieren Sie sich genau darüber. Auf der Webseite des ADAC finden Sie zum Beispiel Testberichte über bis zu zehn Jahre alte Autos mit einer Liste typischer Mängel.

Ist der Gebrauchtwagen-Verkäufer seriös?

Nehmen Sie Kontakt zum Verkäufer auf – am besten per Telefon. Finden Sie heraus, ob Sie mit einem Händler oder dem Eigentümer des Gebrauchtwagens sprechen. Werden Sie stutzig bei Aussagen wie „Ich verkaufe das Auto für einen Kumpel“. Dann handelt es sich meistens um Händler, die versuchen die einjährige Gewährleistungspflicht zu umgehen. Für die Gewährleistung gilt: Tritt ein Schaden innerhalb der Frist ein, so hat der Händler den Verkaufspreis nachträglich zu mindern oder die Kosten für die Reparatur zu tragen. Bei Verkäufen von Privat gibt es keine gesetzliche Gewährleistung auf Gebrauchtwagen.

Die Besichtigung: Viel Zeit und gutes Wetter

Nehmen Sie keine weiten Anfahrtswege in Kauf. Den neuen Gebrauchten in Bayern finden Sie ganz einfach im Internet oder in der Lokalzeitung. Planen Sie für die Besichtigung mindestens zwei Stunden ein. Vergleichen Sie zuerst, ob Kilometerstand, Anzahl der Vorbesitzer und Angaben über Vorschäden mit den Daten im Inserat übereinstimmen. Der Anbieter sollte den Fahrzeugbrief oder auch die Zulassungsbescheinigung vorweisen können. Diese Unterlagen bestätigen ihn als Eigentümer. Überprüfen Sie zudem, ob die Fahrgestellnummer übereinstimmt und ob der Wartungsnachweis lückenlos geführt wurde.

Versuchen Sie, den Gebrauchtwagen bei gutem Wetter zu besichtigen. Regen verdeckt Lackfehler und kleine Dellen. Schauen Sie auch unter die Motorhaube. Ein verdreckter oder ölverschmierter Motorraum deutet auf undichte Stellen und mangelnde Wartung hin.

Unverzichtbar: die Probefahrt

Ohne Probefahrt, kein Gebrauchtwagen-Kauf. Wenn das Auto nicht mehr zugelassen ist, bitten Sie den Verkäufer ein Kurzzeit-Kennzeichen zu organisieren. Kontrollieren Sie vor dem Starten des Wagens den Motor. Dieser sollte kalt sein, nicht dass der Verkäufer den Wagen bereits warm gefahren hat, um über Motorprobleme hinwegzutäuschen.

Fahren Sie eine Strecke von mehreren Kilometern – wenn möglich auch mit einem Stück Autobahn. Denn manche Defekte an Rädern, Reifen oder Stoßdämpfern zeigen sich erst bei Geschwindigkeiten ab 110 km/h. Für die ganze Fahrt gilt: Konzentrieren Sie sich. Schalten Sie Radio und Gebläse aus, um Geräusche nicht zu überhören. Probieren Sie alle Schalter aus. Wichtig: Lenkung, Kupplung und Schaltung müssen problemlos funktionieren. Auf gerader Straße darf der Wagen nicht zur Seite ziehen und auch beim Bremsen muss er sauber in der Spur bleiben.

Hilfe von Experten

Selbst der belesene Laie kann nicht das Wissen eines Sachverständigen haben, schon gar nicht dessen Erfahrung. Lassen Sie sich deshalb von einem Experten beraten. Überwachungsvereine und Automobilclubs bieten dafür Gebrauchtwagen-Prüfungen zu günstigen Preisen an. Beim TÜV kostet der „Vertrauens-Check“ 34,90 Euro. Verweigert der Verkäufer die Fahrt zur Gebrauchtwagenprüfung, hat er mit ziemlicher Sicherheit etwas zu verbergen.

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