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Am Rande der Theresienwiese erinnert an Mahnmal an die Opfer des Attentats. 

35. Jahrestag des Anschlags

Gedenken an Wiesn-Attentat - gegen Extremismus und Terror

München - Zum 35. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats haben Vertreter aus Politik und Gesellschaft zum entschlossenen Kampf gegen Rechtsextremismus und Terror aufgerufen.

Zum 35. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats haben am Samstag Überlebende und Angehörige, Politiker und Vertreter der Gesellschaft der Opfer gedacht. Zugleich setzten sie ein Zeichen gegen Gewalt und eine Mahnung, den schwersten Anschlag in der bundesdeutschen Geschichte nun endlich aufzuklären. Am 26. Oktober 1980 kurz nach 22.00 Uhr hatte an der Stelle am Wiesn-Haupteingang eine Bombe 12 Festbesucher in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Dabei starb auch der Attentäter Gundolf Köhler, ein früherer Anhänger der rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“.

Das Attentat steht in einem bis heute ungeklärten rechtsextremen Zusammenhang. Die Bundesanwaltschaft hatte nach jahrzehntelangen Forderungen im vergangenen Dezember die Ermittlungen neu aufgenommen.

„Auch das gehört zur Wiesn. Auch das bleibt untrennbar mit dem größten Volksfest der Welt verbunden“, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Gedenkveranstaltung. Noch heute seien viele Opfer, deren Angehörige, aber auch Helfer von damals traumatisiert. Sie litten bis heute, körperlich oder seelisch.

Opfer leiden bis heute

Eine Frau, damals von Splittern am Arm verletzt, steht weinend an dem Mahnmal aus Stahl und der Stele mit den Namen der Toten. „Mir kommen immer wieder diese Bilder hoch.“ Ein anderer berichtet, er sei mehrfach operiert worden, zuletzt 2012. Wieder sei einer der geschätzt 30 Splitter in seinem Köper gewandert. „Das kann immer wieder passieren.“ Gelbe Kärtchen mit den Namen aller Verletzten und Toten, Blumenkränze und rote Nelken erinnerten an die Bluttat.

Erinnern bedeute auch, sich der Gefahr des Rechtsterrorismus bewusst zu werden und sich gegen rassistische Ideologien zu stellen, sagte Reiter. Dass das Wiesn-Attentat nicht in Vergessenheit geraten sei, habe dazu beigetragen, dass genügend Druck für die Wiederaufnahme des Verfahrens aufgebaut worden sei.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, es sei nun wichtig, dass alles offengelegt werde. Die bayerische Polizei werde dies mit aller Kraft unterstützen. „Das schulden wir den Opfern und ihren Angehörigen.“ Die Gefahr, die von der Wehrsportgruppe Hoffmann ausgehen konnte, sei damals „leider“ von einigen Verantwortlichen „kolossal unterschätzt“ worden. Die Stadt München will das Attentat nun wissenschaftlich aufarbeiten. Interviews mit Überlebenden sollen dokumentiert und Schulen bereit gestellt werden.

dpa

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