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Angehörige gedenken mit einem Trauerzug an die Opfer der Katastrophe vor zehn Jahren.

Gedenken an Opfer von Seilbahn-Katastrophe

Salzburg - Im österreichischen Kaprun haben rund 150 Menschen der Opfer der Seilbahnkatastrophe vor zehn Jahren gedacht.

Angehörige der Toten und Überlebende der Kaprun-Katastrophe haben am zehnten Jahrestag bei einer Gedenkfeier der Opfer gedacht. Bei dem Brand im Stollen der Standseilbahn waren damals insgesamt 155 Menschen ums Leben gekommen, nur zwölf überlebten das Flammeninferno. Auch für 37 Urlauber aus Deutschland wurde die Reise mit der Gletscherbahn eine Fahrt in den Tod. Auslöser des Brandes am 11. November 2000 war ein defekter Heizlüfter, doch niemand wurde dafür zur Verantwortung gezogen. Ein Gerichtsverfahren endete mit Freisprüchen.

Bei dem Brand im Stollen der Seilbahn waren 155 Menschen ums Leben gekommen, nur zwölf hatten das Inferno überlebt.

Die Angehörigen kritisierten in ihren Reden bei der Gedenkstätte nahe des Unglücksortes den Umgang der Justiz mit dem Unglück, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. “Viele von uns stehen hier alleine gelassen mit unseren Sorgen und Nöten“, sagte Uschi Geiger, deren Sohn in den Flammen starb. Werner Kirnbauer, Vater eines Opfers, sah menschenverachtende Profitgier und Schlamperei als Ursache an: “Wir kennen das Gesicht der Verantwortlichen.“ Die Politik versuchte nach APA-Angaben die Wogen zu glätten. Kein Gericht könne das Unglück ungeschehen machen, sagte Bundeskanzler Werner Faymann. Aber man müsse Lehren daraus ziehen: “Wir haben die Verantwortung, die Sicherheitsmaßnahmen auszubauen.“ Es falle vielleicht leichter, das Unglück zu verarbeiten, wenn man bereit sei zur Versöhnung, sagte Salzburgs Landeshauptfrau (Ministerpräsidentin), Gabi Burgstaller.

Ein ökumenischer Gottesdienst beendete die einstündige Gedenkfeier. Einige Teilnehmer kritisierten, dass die Gletscherbahn während der Gedenkstunde eine Zubringer-Seilbahn auf das Kitzsteinhorn laufen ließ. Man habe eine der beiden Bahnen gestoppt, aber man müsse auch die Wünsche der Skifahrer berücksichtigen, sagte Betriebsleiter Günther Brennsteiner. Er hatte mit Kollegen an der Gedenkfeier teilgenommen: “Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, ich möchte aufrichtig um Verzeihung bitten.“

dpa

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