Gedenkfeier: Eine Kerze für Felix

- Potsdam/Hohenthann - Zehn Tage nach dem Tod des 14 Jahre alten Felix von Quistorp im Landkreis Landshut haben am Montag die Mitschüler des verunglückten Jungen gedacht. Mehrere hundert Potsdamer Schüler des Evangelischen Gymnasium Hermannswerder waren am Morgen in die Inselkirche gekommen.

Vor allem die Klassenkameraden von Felix hatten den Gottesdienst zum Beginn des Schulhalbjahres gestaltet. Trauer und Bestürzung standen vielen von ihnen ins Gesicht geschrieben.

Felix war am 28. Dezember aus dem Schloss seiner Großeltern im niederbayerischen Hohenthann verschwunden. Hunderte Helfer durchkämmten das angrenzende Gebiet, die Polizei bildete eine mehr als 20 Beamte starke Sonderkommission. Am vergangenen Mittwoch fanden Taucher dann die Leiche in einem Brunnenschacht auf dem Grundstück des Schlosses Weihenstephan. Ermittler gehen davon aus, dass Felix selbst in den Schacht gestiegen, hineingefallen und ertrunken ist.

In der Inselkirche waren alle Bänke mit einer Kerze geschmückt. Im Altarraum stand eine große Kerze, die die Klassenlehrerin der 8b entzündete. Die Mitschüler von Felix brachten Teelichter nach vorn, und auf eine Leinwand wurden Bilder des 14-Jährigen und seiner Klasse projiziert. "Es wurden Gedichte vorgetragen, wir haben gesungen und gebetet", sagte der stellvertretende Schulleiter, Peter Brandsch-Böhm, nach dem nichtöffentlichen Gottesdienst.

Für diesen Mittwoch ist in der Inselkirche die Trauerfeier der Familie geplant. Dann soll dort auch der Sarg mit dem Leichnam des Jungen aufgebahrt werden. Die ganze Woche über wird die Kirche in der Mittagspause für Schüler geöffnet sein. Jeden Tag soll eine Kerze entzündet werden. Brandsch-Böhm sprach von einem schrecklichen Unglück. "Als Schulgemeinschaft rücken wir zusammen, geben uns gegenseitig Halt", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Schülern, Lehrern und des Trägers der Schule.

Im Schulgebäude wurde ein Raum des Gedenkens mit einem Kondolenzbuch eingerichtet. Auch diesen hatte die Klasse von Felix gestaltet. Seit dem Fund des toten Schülers habe es intensive Gespräche der Schüler mit Eltern, der Klassenlehrerin und der Inselpfarrerin gegeben, sagte Brandsch-Böhm. Für die Klasse fiel am Montag der reguläre Unterricht aus. "Klasse und Schüler verbringen die Zeit gemeinsam."

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