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Trauerfeier in Lengede

Hunderte gedenken der toten Bergleute

50. Jahrestag des "Wunders von Lengede"

Lengede - Vor 50 Jahren ging die Rettung elf verschütteter Bergleute in Lengede in die Geschichte ein. 29 Kumpel starben damals. Rechtliche Konsequenzen hatte die Katastrophe nie.

50 Jahre nach dem Grubenunglück von Lengede haben mehrere Hundert Menschen an die Katastrophe und die legendäre Rettungsaktion erinnert. „Helden waren die, die immer wieder gefordert haben, weiter zu suchen“, sagte der Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde, Hans-Hermann Baas, auf der Gedenkfeier am Donnerstag.

Am 7. November 1963 konnten nach einem Schlammwasser-Einbruch elf Kumpel aus der Lengeder Erzgrube "Mathilde" befreit werden.

Neben Bergleuten und Angehörigen der Opfer nahmen auch Gerhard Hanusch und Adolf Herbst an der Gedenkfeier und dem ökumenischen Gottesdienst teil - zwei der letzten Überlebenden des Unglücks. „Das Unglück trug von Anfang an auf eigenartige Weise die Züge eines Mythos, eines Mysteriums, eines Wunders“, betonte der ehemalige Direktor des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum, Rainer Slotta.

„Man muss auch daran erinnern, dass 29 Bergleute das Unglück mit ihrem Leben bezahlt haben“, sagte Bürgermeister Baas. Für die Opfer wurden 29 Rosen und mehrere Kränze an der Gedenkstätte in Lengede niedergelegt. „Warum mussten 29 Bergleute sterben? Warum wurde der Klärteich überhaupt so hoch gefüllt? Hätten andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen?“, fragte Baas. Trotz Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war die Grubenleitung nie angeklagt worden.

Am 24. Oktober 1963 wurden 129 Kumpel durch einen eingebrochenen Klärteich unter Tage verschüttet. 29 Bergleute kamen in der Tiefe ums Leben. Die Rettung von elf totgeglaubten Männern zwei Wochen nach der Katastrophe ging als „Wunder von Lengede“ in die Geschichte ein.

Belastende Fragen im Zusammenhang mit dem Unglück wirft ein bislang unveröffentlichter Untersuchungsbericht von damals auf. „Der Betrieb des Klärteiches (aus dem das Wasser in den Stollen einbrach, d. Red.) stellte unter den geschilderten Umständen von Anfang an ein höchstgefährliches Risiko dar“, zitiert der NDR auf seiner Internetseite aus den Unterlagen, die im Niedersächsischen Staatsarchiv liegen.

Demnach sei es bereits vor dem Grubenunglück wiederholt zu Wassereinbrüchen im Schacht gekommen, die Aufsichtsbehörden seien darüber aber nicht informiert worden. Nach Angaben des Staatsarchivs liegt der Bericht zwar nicht unter Verschluss, ist aber Eigentum der Salzgitter AG. „Die müssen gefragt werden“, sagte Archivleiter Brage Bei der Wieden.

dpa

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