+
Krankenschwestern in der Intensivstation eines Krankenhauses. An einer Düsseldorfer Klinik ist ein gefährlicher Darmkeim nachgewiesen worden. Foto: Patrick Seeger/Symbol

Darmkeim bei Neugeborenen auf Intensivstation

Hygiene-Alarm auf der Frühchen-Station: Mehrere Babys wurden in Düsseldorf von einem widerstandsfähigen Keim befallen. Neue Fälle gibt es jetzt nicht mehr. Aber was ist die Herkunft des Keims?

Düsseldorf (dpa) - Auf der Frühgeborenen-Intensivstation eines Krankenhauses in Düsseldorf ist ein gegen bestimmte Antibiotika resistenter Darmkeim entdeckt worden.

Seit Anfang März wurden bei 13 Frühgeborenen die Vancomycin-resistenen Enterokokken (VRE) festgestellt, wie Ärzte des Florence-Nightingale-Krankenhauses mitteilten. Fünf Babys würden derzeit noch behandelt, sechs seien nach Hause entlassen worden. Zwei "extreme Frühgeborene" seien gestorben - diese beiden Todesfällen hätten aber definitiv keinen Zusammenhang mit dem Keim.

Die Quelle der Keime hat das Krankenhaus nach eigenen Angaben noch nicht gefunden; jedoch seien seit gut einer Woche keine neuen Fälle dazu gekommen. Auf der Intensivmedizin werden auch Frühgeborene behandelt, die nur 400 bis 500 Gramm wiegen. Nach der Entdeckung des VRE-Keims wurde die Station zeitweise für Neuaufnahmen geschlossen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf lobte das offensive Vorgehen des Krankenhauses. Der Vorfall sei schon vor Erreichen der Meldepflicht mitgeteilt worden, sagte Amtsleiter Klaus Göbels.

Das Krankenhaus hatte, nachdem eine VRE-Infektion bei einem kleinen Intensiv-Patienten auftrat, eine Kontrolle bei allen Frühchen veranlasst und so das Ausmaß entdeckt. Dann wurden spezielle Hygiene-Maßnahmen eingeleitet und die betroffenen Babys isoliert.

"Was uns so betroffen macht ist die Häufung", sagte der Leitende Oberarzt Martin Berghäuser. Zwei Kinder hätten eine Infektion mit dem VRE-Keim, elf weitere eine "Besiedlung" - also einen Nachweis des Keimes, ohne dass durch ihn eine Infektion ausgelöst worden sei. VRE sind eine als Besiedler des Darms vorkommende Bakteriengattung und resistent gegenüber dem Antibiotikum Vancomycin. Laut Berghäuser gibt es für Kinder zwei bis drei weitere Medikamente, mit denen der Keim bekämpft werden kann.

Die behandelnden Ärzte seien sehr unzufrieden, weil der Übertragungsweg noch nicht gefunden sei, sagte Berghäuser. "Ich kann Ihnen nicht sagen, wo er herkommt", meinte der Oberarzt der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin. Er verwies darauf, das in der Intensivmedizin für Frühgeborene häufig Antibiotika eingesetzt würden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Deutscher stirbt bei Lawinenabgang in Tirol
Sölden - Obwohl Experten vor Lawinen gewarnt hatten, ist ein Deutscher in Sölden auf die Piste gegangen - und kam durch ein Schneebrett, das er wohl selbst ausgelöst …
Deutscher stirbt bei Lawinenabgang in Tirol
Ein Kollege für Alexander Gerst: Neuer deutscher Astronaut
Spätestens seit Alexander Gerst können sich wieder viele Deutsche für den Weltraum begeistern. Nun könnte es bald neue Abenteuer von einem Deutschen im All zu erzählen …
Ein Kollege für Alexander Gerst: Neuer deutscher Astronaut
Dutzende Feuerwehrleute nach Hochhaus-Einsturz verschüttet
Teheran – Ein siebzehnstöckiges Einkaufsgebäude ist in Irans Hauptstadt Teheran nach einem Großbrand eingestürzt. Viele Feuerwehrmänner, die gerade das Feuer löschen …
Dutzende Feuerwehrleute nach Hochhaus-Einsturz verschüttet
Streit um Sex-Hotline-Anrufe endet beinahe tödlich
Bielefeld - Teure Anrufe bei einer Sex-Hotline ließen erst die Telefonrechnung explodieren, und dann einen Mann, als der feststellte, dass der Nachbar sie getätigt …
Streit um Sex-Hotline-Anrufe endet beinahe tödlich

Kommentare