Enorme Konsequenzen drohen

113 Kilometer lang: Gigantischer Riss in Antarktis-Gletscher

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Antarktis - Im Larson-C-Eisschelf klafft ein gigantischer Riss. Eine Abspaltung des Schelfs könnte enorme Konsequenzen haben. Forscher sehen die Gründe in der rasch voranschreitenden Erderwärmung.

Dass die Antarktis, deren Festlandbereich die größte Eiswüste der Welt bildet, besonders unter der globalen Erderwärmung zu Leiden hat, ist kein Geheimnis. Große Teile der Antarktis bestehen vollständig aus Eis und drohen, bei der ständig voranschreitenden Erwärmung, nach und nach zu Verschwinden. Ein einzigartiges Ökosystem samt Flora und Fauna könnte zerbrechen.

Gigantischer Riss hat sich enorm vergrößert

Nun haben Forscher der US-Raumfahrtbehörde NASA ein Foto veröffentlicht, dass die dramatischen Folgen der einsetzenden Schmelze deutlich macht.

Auf dem Foto zu sehen ist ein gigantischer Riss im Larsen-C-Eisschelf, das auf der Antarktischen Halbinsel liegt. Bereits im August hatten die Forscher alarmiert festgestellt, dass der Riss, im Vergleich zum März, sich um 23 Kilometer verlängert hatte. Das entspricht einer Länge von 255 Fußballfeldern.

Da das Wetter in der Antarktis während der Wintermonate sehr schlecht war, konnten die Forscher erst jetzt klare Aufnahmen per Satellit dokumentieren. Wie unter anderem N24 berichtet, geht die NASA mittlerweile von einer Gesamtlänge des Risses von 113 Kilometern aus. Zudem sei der Riss 91 Meter breit und 530 Meter tief.

Abbruchstück beinahe doppelt so groß wir Mallorca

Der Riss hat die Unterkante des Schelfs laut einem Bericht der NASA bereits erreicht. Noch durchfährt der Riss das Schelf nicht vollständig, was eine Abspaltung verhindert. Sollte es jedoch dazu kommen, würde sich ein Eisberg mit einer Größe von 6500 Quadratkilometern von dem Schelf lösen. Dies entspricht fast der doppelten Größe der beliebten Urlaubsinsel Mallorca.

Die Lage der Antarktischen Halbinsel, die gen Südamerika ragt, begünstigt eine besonders schnelle Erwärmung des Gebietes. Das warme Gewässer unterspült die Eismassen und frisst sich von unten durch sie hindurch.

Eismassen unter ständiger Beobachtung

Laut NASA-Berichten gehen in der Antarktis jährlich bis zu 45 Millionen Tonnen Eis verloren. Bereits seit 25 Jahren ist das Larsen-Eisschelf schwer betroffen. Erst im Jahr 2002 verschwanden beim Abbruch von Larsen B 720 Milliarden Tonnen Eis. Im Jahr 2015 brach eine etwa 660 Quadratkilometer große Eisfläche vom Pine-Island Gletscher ab. Auch hier hatte sich zuvor ein enormer Riss gebildet.

Abgebrochene Eisberge tragen nicht direkt zur Erhöhung des Meeresspiegels bei, da sie bereits vorher im Wasser schwimmen. Jedoch verlieren sie bei ihrem Abbruch die stützende Wirkung auf den Gletscher, weshalb das Inland-Eis schneller nachrutscht.

Wie die NASA vergangene Woche bekannt gab, können, dank eines neuen Satellitensystems, in Zukunft genauere und komplexere Prognosen über den Wandel der Eismassen getroffen werden. So können auch künftig bessere Erkenntnisse zum Thema Klimawandel und Erhöhung des Meeresspiegels getroffen werden.

kah

Rubriklistenbild: © NASA/ John Sonntag

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