Bremer in Wien verurteilt

Geigenhändler muss vom Schloss ins Gefängnis

Wien - Er war einer der größten Geigenhändler der Welt. Er hatte ein Schloss, teure Autos und eine fast 30 Jahre jüngere Frau - jetzt ist er allein mit mehreren Millionen Euro Schulden.

Das Landesgericht Wien hat einen gebürtigen Bremer wegen Veruntreuung und Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der 63-Jährige soll unter anderem ihm zum Verkauf anvertraute Streichinstrumente unterschlagen oder seine Gläubiger betrogen haben, berichtete die Nachrichtenagentur APA.

Seine Ex-Frau und deren Mutter bekamen je ein Jahr auf Bewährung, weil sie ihm dabei halfen. „Sie haben hoch gespielt und hoch verloren, aber die Einsicht gezeigt, dass sie dafür die Verantwortung übernehmen müssen“, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung am Freitag. Erschwerend sei allerdings die enorme Schadenssumme. Allein ein Geschädigter hatte vor Gericht 80 Millionen Euro gefordert.

Der Angeklagte, der mehr als einem Jahrzehnt in Österreich in einem Schloss lebte, komme aus einer traditionsreichen Geigenbauer-Dynastie, berichtete der ORF. Anders als sein Vater habe er sich aber nur noch um den Verkauf der Streichinstrumente gekümmert und stets ein Jetset-Leben geführt. „Ich bin gescheitert, auch im persönlichen Leben, und habe meine geliebte Frau verloren“, gestand der Mann nun seine jahrelangen Betrügereien ein. Wenn er nun um ein mildes Urteil bitten würde, wäre es eine „Frechheit“.

Rubriklistenbild: © dpa

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