Geiselnehmer verschanzt sich mit eigenem Sohn

Bad Langensalza - Ein Mann hat nach einem missglückten Überfall auf einen Supermarkt seinen eigenen Sohn als Geisel genommen und sich zu Hause verschanzt. Er soll damit gedroht haben, "alles in die Luft zu sprengen".

Nach einem gescheiterten Supermarktraub im thüringischen Bad Langensalza hat der Täter seinen Sohn als Geisel genommen und sich mit ihm in seiner Wohnung verschanzt. Die Polizei verhandelte am Dienstagnachmittag mit dem Mann und holte auch die Ex-Lebensgefährtin des Täters hinzu. Die Frau befinde sich derzeit in dem Mehrfamilienhaus, in dem sich der vermutlich bewaffnete 30-Jährige seit dem Morgen mit seinem Kind aufhält, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dapd am frühen Abend.

Der Mann hatte seinen vierjährigen Sohn nach einem Raub in einem Supermarkt in der Nähe seines Wohnhauses als Geisel genommen. Eine Stürmung der Wohnung durch das herbeigerufene Spezialeinsatzkommando sei “das absolut letzte Mittel“, betonte der Polizeisprecher. Das Verhandlungsteam, dem auch ein Psychologe angehöre, befinde sich derzeit in telefonischem Kontakt mit dem Geiselnehmer.

Tatort wurde weiträumig abgesichert

Um das Wohl des Kindes nicht zu gefährden, gehe die Polizei “mit sehr viel Fingerspitzengefühl“ vor, sagte der Sprecher. Der Täter stehe unter großem psychologischen Druck und zudem wissen man nicht, “was sich in der Wohnung abspielt“. Die Polizei schloss aber aus, dass sich weitere Personen in der Wohnung des Geiselnehmers befinden.

Der Tatort wurde weiträumig abgesichert, die umliegenden Straßen inzwischen gesperrt. Zeugen hätten angegeben, dass der Täter weitere Waffen besitze, sagte der Sprecher. Bisher sei der Mann polizeilich nicht aufgefallen.

Der 30-jährige hatte am Morgen gegen 9 Uhr die Leiterin eines Supermarkts mit einer Pistole bedroht. Sie stellte ihn zur Rede, nachdem er Lebensmittel in seine Tasche gesteckt hatte und den Markt verlassen wollte, wie die Frau auf dapd-Anfrage sagte.

Anschließend flüchtete der Täter mit dem Kind und verbarrikadierte sich in seiner Wohnung. Die alarmierten Polizisten warnte er davor, seine Wohnung zu stürmen. Nach Angaben der Polizei drohte er damit, “dass alles in die Luft fliegt“.

dapd

Rubriklistenbild: © dapd

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