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Frachtschiff "Beluga Fortuna" setzt seine Fahrt nach einem Piratenangriff fort.

Gekapertes Schiff vor Ostafrika wieder frei

Bremen - Das am Wochenende vor der Ostküste Afrikas von Piraten gekaperte Frachtschiff “Beluga Fortune“ ist wieder frei.

Einen Tag nach der Kaperung durch Piraten im Indischen Ozean ist der Frachter “Beluga Fortune“ mit 16 Mann Besatzung wieder frei. Niels Stolberg, Geschäftsführender Gesellschafter der Beluga-Reederei, erklärte am Montag in Bremen, es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Das Schiff habe mit nur leichten Schäden, aber unversehrter Crew seine Fahrt nach Südafrika fortsetzen können. Das dank Sicherheitstrainings routinierte Verhalten der Beluga-Mannschaft wie auch das rasche Eingreifen der Marineeinheiten, die ein Kriegsschiff binnen weniger Stunden längsseits des Frachters bringen konnten, “ließen den Piraten keine andere Möglichkeit als den Traum von einem Millionen-Lösegeld aufzugeben und die Flucht zu ergreifen“, erklärte die Reederei.

Die Besatzung habe den Angriff per Notruf gemeldet, sich in einem Sicherheitsraum verschanzt, die Hauptmaschine abgeschaltet, die Brennstoffzufuhr unterbrochen, die Brücke lahmgelegt und über Funk das vor Ort kreisende Aufklärungsflugzeug der Militäreinheiten informiert. So seien die Piraten nicht in der Lage gewesen, das Schiff in ihre Gewalt zu bringen und die Seeleute als Faustpfand für eine hohe Lösegeldforderung zu missbrauchen. Per Notruf war der unmittelbar bevorstehende Piratenangriff gemeldet worden, wie die Reederei weiter erklärte. Das Landeskriminalamt, das Bundeskriminalamt und das Auswärtige Amt seien einbezogen worden. Die Familien der deutschen, russischen und philippinischen Besatzungsmitglieder wurden informiert.

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr habe mit den internationalen Streitkräften der Anti-Piraten-Mission “Atalanta“ vor Ort den Einsatz der Kriegsschiffe und des Aufklärungsflugzeuges koordiniert. Vor der Meldung von der Freilassung der “Beluga Fortune“ hatte die Bundesregierung die Entführung eines weiteren Schiffs mit deutschem Kapitän bestätigt. Der Flüssiggastanker “York“ einer griechischen Reederei sei nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amts “leider in der Hand von Piraten“, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke in Berlin. Das Schiff war mit 17 Mann Besatzung auf dem Weg von Kenia auf die Seychellen, als es am Samstag gekapert wurde.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, sagte, vordringliche Aufgabe der EU-Mission “Atalanta“ am Horn von Afrika sei der Schutz der Lieferungen des Welternährungsprogramms für Somalia. Der Schutz der Schiffe vor Piraten sei schon wegen der Größe des Seegebiets eine Herausforderung. Auch seien die Piraten mittlerweile besser ausgestattet. Das gefährdete Gebiet werde folglich immer größer. Außenamtssprecher Peschke sagte, alle seien sich einig, dass man gegen die Wurzeln der Piraterie vorgehen müsse. Das bedeute auch, in Somalia die sehr schwache Übergangsregierung zu stützen. “Das ist ein sehr, sehr mühsames Unterfangen“, meinte Peschke.

dapd

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