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Gender-Ärger beim WDR: Aus der Krankenschwester wird die KrankenschwesterIn – „kleine sprachliche Ausrutscher“

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Von: Mick Oberbusch

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Krankenschwester im Einsatz, WDR-Moderatorin Catherine Vogel (Montage)
WDR-Moderatorin Catherine Vogel unterlief mit der „Krankenschwesterin“ in den Augen vieler ein schwerer Sprach-Fauxpas (IDZRW-Montage). © WDR & Oliver Dietze/Imago

Gender-Panne: Beim öffentlich-rechtlichen WDR fiel mehrmals das Wort „Krankenschwesterin“. Viele glauben, zu oft, um Versprecher zu sein.

Köln – Sowohl das Gendern, als auch der „öffentlich-rechtliche Rundfunk“ sind zwei Themen, die von vielen Menschen in Deutschland besonders emotional diskutiert werden. Bei ersterem sehen viele einen Eingriff in die eigene Sprachfreiheit, bei zweiterem fordern viele Menschen eine Reform, einige sehen ihn als grundwichtig an, einige wenige fordern gar eine Abschaffung. Somit ist klar, dass es besonders hitzig wird, wenn beide dieser Themen vermischt werden – so wie es in der „Lokalzeit“ und in der „Aktuellen Stunde“ beim WDR passiert ist. Denn bei der gebühren-finanzierten Anstalt mit Hauptsitz in Köln sorgte der Begriff „Krankenschwesterin“ jüngst für ein enormes Echo – und Empörung in Teilen der Bevölkerung, wie 24RHEIN berichtet.

„Krankenschwesterin“-Tage beim WDR: Zufall oder etwa mehr?

Was war passiert? Innerhalb von wenigen Tagen fiel mehrmals das Wort „Krankenschwesterin“. Zu oft, um eine zufällige Verkettung von Versprechern zu sein, wie viele glauben.

Kritik am WDR nach Sprach-Pannen – „Wokest Sender alive“

So twitterten beispielsweise die Sprachhüter vom Verein Deutsche Sprache (VDS) in Richtung des „Lokalzeit“-Moderatoren: „Hey, WDR, was ist denn eine „Intensivkrankenschwesterin“?“, und der Autor Jan Fleischhauer legte nach: „Ich weiß, das soll man nicht sagen: Aber lieber knallharte Selbstbedienung beim RBB als dieses treudoofe Gendergezwitscher beim WDR.“ Ein Kommentar, mit dem er auch auf die Affäre um die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger anspielte. Von vielen Kommentierenden in den Sozialen Netzwerken wird der WDR nun als „wokest Sender alive“ verhöhnt.

Moderatorin Catherine Vogel äußert sich selbstironisch

Doch was sagt eigentlich WDR-Moderatorin Catherine Vogel, die den Stein mit ihrem „Falsch-Gegendere“ auch ins Rollen brachte, zu der Aktion? Auf Twitter teilte sie einen Clip ihres „Krankenschwesterin“-Ausspruchs aus dem Vorjahr, mit der Überschrift: „Versprecher:in“, gibt also an, sich bei ihrer Äußerung schlicht versprochen zu haben.

„Krankenschwesterin“: Das sagt der WDR

Der WDR selbst äußert sich zur „Krankenschwesterin“-Debatte gegenüber 24RHEIN so: „In beiden Fällen, sowohl der Lokalzeit Südwestfalen als auch der Aktuellen Stunde mit Catherine Vogel, handelt es sich eindeutig um Versprecher, für die es keine besondere Erklärung gibt. Über den kleinen Versprecher von Catherine Vogel wurde übrigens in der redaktionellen Nachbesprechung von den Kolleg:innen herzlich gelacht, wie über fast jeden Versprecher“, heißt es vom Sender. Und weiter: „Der WDR geht keineswegs davon aus, dass weibliche Sprach-Formen stets ein „in“ bekommen müssen. Das wissen auch alle Mitarbeiter:innen, nur passieren vor laufender Kamera schon mal solch kleinen sprachlichen Ausrutscher.“ (mo)

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