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Das Kunstmuseum Bern ist rechtmäßiger Erbe der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt.

Antrag auf Erbschein abgelehnt

Gericht: Kunstmuseum Bern ist rechtmäßiger Gurlitt-Erbe

München - Das Kunstmuseum Bern ist nach Ansicht des Amtsgerichtes München rechtmäßiger Erbe der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt.

Im Streit um den Nachlass des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt ist dessen Cousine mit einem Erbschein-Antrag vor Gericht gescheitert. Das Amtsgericht München teilte am Donnerstag mit, es halte das Testament von Gurlitt, in dem er das Kunstmuseum Bern zum Alleinerben eingesetzt hat, "für wirksam". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hofft nun auf ein Ende der Erbstreitigkeit.

Gurlitts Cousine Uta Werner hatte mit Hilfe eines Gutachtens die Testierfähigkeit von Gurlitt in Frage gestellt und einen Erbschein beantragt. Deshalb musste das Amtsgericht die Gültigkeit des Testaments für die mutmaßlich millionenschwere Kunstsammlung prüfen.

"Dem Einwand der Cousine, dass der Erblasser Gurlitt zum Zeitpunkt der Testamentserstellung testierunfähig gewesen sei, folgte das Gericht nicht", hieß es in der Erklärung zu dem am Montag gefassten Entschluss des Amtsgerichts. Werner kann nun noch Beschwerde beim Oberlandesgericht München einlegen. Dem Kunstmuseum Bern kann der Erbschein nach Angaben des Amtsgerichts erst erteilt werden, wenn der Beschluss rechtskräftig ist. Vom Thema Erbschein unabhängig ist demnach das Verfahren zur Restitution der Kunstwerke.

Kulturstaatsministerin Grütters erklärte, sie sehe sich durch die Entscheidung in ihrer juristischen Haltung bestätigt. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir keine Erfolgsaussichten bezüglich der Testamentsanfechtung sehen, insbesondere auch vor dem Hintergrund der dafür angeführten Gründe", sagte ihr Sprecher. Mit der Entscheidung sei die Hoffnung verbunden, dass nun die Erbstreitigkeit beigelegt werde, damit Restitutionen "frei von rechtlichen Auseinandersetzungen" zwischen Erben und "im Sinne der Opfer und ihrer berechtigten Erben" durchgeführt werden könnten.

Der im vergangenen Jahr gestorbene Gurlitt hatte seine aus dem Erbe seines Vaters stammende Gemäldesammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Für das Museum kam die Erbschaft überraschend, es hatte vorher keinen Kontakt zu Gurlitt.

Die Kunstsammlung steht zu einem großen Teil unter Raubkunstverdacht, weil Cornelius Gurlitts 1956 gestorbener Vater Hildebrand, ein Kunstsammler und ehemaliger Museumsdirektor, sie zum großen Teil während der NS-Zeit zusammenstellte. Cornelius Gurlitt hatte seine Kunstsammlung lange vor der Öffentlichkeit verborgen. Erst im Februar 2012 entdeckten Ermittler in seiner Münchner Wohnung mehr als 1200 Gemälde, darunter Werke von Chagall, Matisse, Monet und Picasso. Hunderte weitere Bilder befanden sich in seinem Salzburger Haus.

AFP/dpa

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