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Bei dem schrecklichen Unfall in Itzehoe im September 2013 starben drei Menschen.

Überlebende versehentlich in Sarg gelegt

Nach Horror-Unfall: 18-Jähriger verurteilt

Itzehoe  - Im Prozess um einen spektakulären Unfall  auf einer Brücke mit drei Toten hat das Amtsgericht Itzehoe den 18-jährigen Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen.

Der Jugendrichter verhängte gegen den jungen Mann jedoch keine Strafe. Der Angeklagte sei durch die Folgen des Unfalls bereits genug bestraft, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Er hatte bei dem Unfall in Schleswig-Holstein neben seiner Großmutter auch seine Mutter und einen jüngeren Bruder verloren.

Das Unglück am 2. September 2013 hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil sich herausstellte, dass die totgeglaubte Großmutter des 18-Jährigen lebend in einem Sarg vom Unfallort abtransportiert worden war. Der Bestatter merkte erst später, dass die 72-Jährige noch atmete. Die Frau starb zwei Tage nach dem Unfall. Nach Einschätzung eines Sachverständigen machten damals zwei Notärzte vor Ort Fehler. Die Frau hätte jedoch auch bei optimaler rettungsdienstlicher Versorgung nicht überlebt, lautete sein Fazit.

Nur der Angeklagte war damals angeschnallt

Der angeklagte 18 Jahre alte Führerscheinneuling  war damals als einziger angeschnallt, als er den mit drei Erwachsenen und vier Kindern besetzten Kombi in einem Baustellenbereich auf der A23 auf die Gegenfahrbahn lenkte und frontal mit einem anderen Auto zusammenstieß. Ein weiteres Fahrzeug raste in die Unfallstelle. Wegen eines Brückenneubaus war die Autobahn dort auf eine Fahrbahn je Richtung verengt, der Verkehr lief ohne Abgrenzung eng aneinander vorbei. Bei dem Unfall starben insgesamt drei Menschen, fünf wurden zum Teil schwer verletzt. Der Angeklagte ist wegen der Folgen in psychologischer Behandlung.

Ob der junge Autofahrer wegen eines Sekundenschlafs die Kontrolle über den Wagen verlor oder nur für einige Sekunden abgelenkt war, ließ sich nicht feststellen. Alkohol oder Drogen waren laut den Ermittlungen nicht im Spiel.

Auf Weisung des Gerichts muss der 18-Jährige an einer Verkehrserziehungsmaßnahme teilnehmen. Der Staatsanwalt hatte neben dem Schuldspruch eine Verwarnung des Angeklagten beantragt. Der Verteidiger hatte für seinen Mandanten Freispruch gefordert.

dpa

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