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Der mutmaßliche Todespilot Andreas L. soll den Absturz der Germanwingsmaschine bereits auf dem Hinflug geprobt haben.

Zwischenbericht: "Bewusste Handlung"

Germanwings: Absturz auf dem Hinflug geprobt

Seyne-les-Alpes - Schon auf dem Hinflug hat der Germanwings-Unglückspilot laut dem Ermittler-Bericht mehrfach eine zu niedrige Flughöhe eingestellt. Alle seine Handlungen hatten nur einen Zweck.

Der Copilot des Germanwings-Unglücksflugs mit 150 Toten hat den Absturz offensichtlich kurz vor der Katastrophe geprobt. Schon auf dem Hinflug nach Barcelona habe der 27-Jährige den Autopiloten mehrfach für einige Sekunden auf eine zu niedrige Flughöhe eingestellt, stellt die französische Flugsicherheitsbehörde Bea in ihrem Zwischenbericht vom Mittwoch fest. Mit einer solchen Manipulation brachte Andreas L. die Maschine auf dem Rückflug nach Düsseldorf schließlich in den Alpen zum Absturz. Alle Insassen starben, darunter 72 Deutsche.

Außerdem bestätigt die vollständige Auswertung der Flugschreiber, dass der Copilot beim Unglücksflug 4U9525 am 24. März noch kurz vor dem Aufprall in Südfrankreich den Steuerknüppel ganz leicht bewegte - über die Absicht wollen die Ermittler nicht spekulieren. Auswirkungen hatte dies wegen des laufenden Autopiloten nicht. Zuvor erhöhte der Copilot laut dem Bericht mehrfach die Geschwindigkeit. „Man kann daraus schließen, dass er handlungsfähig war, und dass alle seine Handlungen den gleichen Sinn hatten, nämlich das Flugzeug auf den Boden stürzen zu lassen“, sagte Bea-Direktor Rémi Jouty in Le Bourget bei Paris.

Der A320 der Lufthansa-Tochter war am 24. März auf dem Rückweg von Barcelona nach Düsseldorf in den Alpen zerschellt. Zuvor hatte der Copilot einen Sinkflug bis auf 100 Fuß (gut 30 Meter) eingeleitet. Er hatte nach bisherigen Erkenntnissen die Cockpit-Tür blockiert und den Flugkapitän damit ausgesperrt.

Laut dem Bericht nutzte der Copilot schon auf dem Hinflug eine Abwesenheit des Piloten, um den Höhenregler mehrmals kurz auf 100 Fuß zu stellen. Dies geschah während eines ohnehin von der Flugsicherung angeordneten Sinkflugs, deshalb seien für Lotsen und Crew keine ungewöhnlichen Flugbewegungen zu beobachten gewesen. „Er hat diesen Handgriff wiederholt“, betonte Jouty - er werde aber nicht darüber spekulieren, was dabei im Kopf des Mannes vorging.

L. war wegen Depressionen in Behandlung gewesen

Auch zur Krankheitsgeschichte des Copiloten enthält der Bericht Details. So war in der Pilotenlizenz des 27-Jährigen ein Hinweis auf seine medizinische Vorgeschichte vermerkt („SIC-Eintrag“ - „Specific medical examinations“). Dies bedeute, dass der Fliegerarzt vor der regelmäßigen Beurteilung der Flugtauglichkeit die Lizenzbehörde - in Deutschland das Luftfahrtbundesamt - kontaktieren müsse.

Laut Bea erneuerte das Flugmedizinische Zentrum der Lufthansa das Tauglichkeitszeugnis wegen Lubitz' mit Medikamenten behandelten Depression 2009 zweimal nicht. Im selben Jahr habe er dann ein neues Tauglichkeitszeugnis erhalten. Dies zeige, dass der Fall des Mannes damals aufmerksamer untersucht worden sei, sagte Bea-Direktor Rémi Jouty.

Germanwings-Absturz: Einsatzbilder vom Unglücksort

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Die Bea ist für die nach Flugzeugunfällen üblichen Sicherheitsuntersuchungen zuständig, die unabhängig von der strafrechtlichen Aufarbeitung läuft. Die jetzt vorgelegte Darstellung des genauen Ablaufs des Flugs ist dabei nur ein erster Schritt - der endgültige Bericht wird wohl erst nach einem Jahr vorliegen. Darin geht es dann auch um mögliche Konsequenzen für die Sicherheitsvorschriften in der Luftfahrt.

Die französische Behörde will insbesondere die Regeln zur medizinischen Untersuchung von Piloten und die „Balance zwischen ärztlicher Schweigepflicht und Flugsicherheit“ betrachten. Zudem steht die Frage der Cockpitsicherheit auf ihrer Agenda. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 waren die Cockpittüren mit neuen Sicherheitssystemen ausgestattet worden - im Fall des Germanwings-Flugs versuchte der Kapitän vergeblich, in das verriegelte Cockpit zu gelangen. Jouty: „Das Szenario einer psychologischen Untüchtigkeit des Piloten wurde damals nicht in Betracht gezogen.“

dpa

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