Germanwings-Crew verweigert den Dienst

Unglücksflug: Parallelen zu Münchner Beinahe-Absturz

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Düsseldorf - Einige Germanwings-Crews verweigern nach dem Absturz des Fluges 4U9525 über Südfrankreich ihren Dienst. Das schürt Spekulationen - ebenso wie die Parallelen zum Beinahe-Absturz eines Fluges nach München.

Update vom 26. März 2015: Der Stimmenrekorder der Unglücksmaschine der Germanwings ist gefunden und teilweise ausgewertet worden. Dabei kamen neue Details ans Licht. Die weiteren Entwicklungen aus den französischen Alpen können Sie in unserem Ticker verfolgen.

Wie mehrere Medien berichten, weigerten sich in Düsseldorf, Köln, Stuttgart und Berlin mehrere Crews von Germanwings, ihren Dienst anzutreten, nachdem sie von dem furchtbaren Absturz eines Airbusses der Lufthansa-Tochter über Südfrankreich am Dienstag erfahren hatten. Offenbar handelte es sich um Germanwings-Personal, das seine Reise mit dem Unglückstyp A320 angetreten hätte. Wie "Focus Online" meldet, wollen auch am Mittwoch Germanwings-Besatzungsmitglieder nicht starten.

Über die Gründe wird nun wild spekuliert - vor allem, weil einige Maschinen abflugbereit am Gate standen. Ist es Trauer um die Kollegen, Angst - oder steckt doch mehr dahinter?

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte am Mittwoch gegenüber unserer Online-Redaktion, dass die Crews "aus persönlichen Gründen" nicht antreten konnten. Germanwings sei eine kleine Fluggesellschaft, in der sich die Crews untereinander gut kennen würden. Die Betroffenheit sei deshalb sehr viel größer. Gegenüber "Spiegel Online" sagte ein anderer Lufthansa-Sprecher am Dienstag, dass ihm nicht bekannt sei, dass dies aus Sorge geschehen sei, dass etwas nicht in Ordnung sei.

Verunglückte Germanwings-Maschine hatte Probleme mit "Nose Landing Door"

Konkret geht es hier um die Frage nach der Technik: Laut "Spiegel Online" ist der Hintergrund für die Weigerung etlicher Piloten nämlich die Tatsache, dass der verunglückte Airbus vor dem Start Probleme hatte. Stundenweise stand er im AOG-Modus ("Aircraft on Ground") am Boden in Düsseldorf. Nach Angaben der Lufthansa habe die "Nose Landing Door" nicht richtig funktioniert.

Hierbei handelt es sich um die Klappe, die sich am Rumpf öffnet und schließt, wenn das Bugrad raus- und reingefahren wird. Allerdings betont Lufthansa, dass dieses Problem vollständig behoben wurde, als Flug 4U9525 seinen regulären Dienst wieder antrat.

Parallelen zu Beinahe-Absturz der Lufthansa im November

Die wilden Theorien nach dem Absturz dürften auch dadurch befeuert werden, dass es Parallelen zu anderen Vorfällen mit dem Flugzeugtyp gibt. So war erst im November 2014 eine Lufthansa-Maschine von Bilbao nach München in den Sinkflug geleitet worden, weil die Sensoren vereist waren und falsche Signale sendeten. Nur weil die gut ausgebildeten Piloten geistesgegenwärtig die Sicherung des Bordcomputers zogen, war der Spuk innerhalb von einer Minute, in der das Flugzeug 1000 Meter sank, vorbei. Auch in diesem Fall wäre das Flugzeug in Südfrankreich abgestürzt - ebenfalls nach etwa 8 Minuten Sinkflug, so berichten es Insider gegenüber unserer Onlineredaktion. Ein Lufthansa-Pilot sagte zu diesem Fall: "Es ist ein Konstruktionsproblem, kein Wartungsproblem."

Ein Luftfahrtexperte sprach den Beinahe-Absturz im ARD-Brennpunkt am Dienstagabend an. Allerdings: Ob das eine analoge Situation war, könne man zum momentanen Zeitpunkt noch nicht sagen. Dazu müssten erst die Daten ausgewertet werden. 

Germanwings schließt diesen Zusammenhang weitgehend aus, da der Bordcomputer ausgetauscht wurde. Die neue Technik sei für dieses Problem nicht anfällig, hieß es.

Die Ursache ist somit derzeit weiterhin ungeklärt: Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigte sich aber bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend optimistisch, dass es eine schnelle Aufklärung geben wird. Die französische Justiz hat die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen.

Germanwings-Absturz über Südfrankreich

Germanwings-Absturz: Einsatzbilder vom Unglücksort

Rubriklistenbild: © dpa

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