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Ein Plakat mit einer Trauerschleife erinnerte am Freitag vor dem Kölner Dom an die Opfer des Absturzes des Germanwings-Fluges.

Opferanwalt: "Schuldfrage ist geklärt"

Germanwings-Trauerfeier: Wirbel um falsche Pilotin

Köln - Eine Frau, die sich als angebliche Lufthansa-Pilotin Zugang zu der Trauerfeier im Kölner Dom verschaffen wollte, ist vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden.

Die 55-Jährige sei mit gefälschtem Ausweis und offensichtlicher Uniform-Kopie aufgefallen, bestätigte ein Polizeisprecher einen Bericht der „Kölnischen Rundschau“. Die Frau aus Oberhausen habe eine Anzeige wegen Urkundenfälschung erhalten.

Rund 1400 Trauergäste hatten am Freitag im Dom der 150 Opfer gedacht, die am 24. März beim Absturz in den französischen Alpen ums Leben gekommen waren.

Gedenkfeier im Kölner Dom nach Flugzeugabsturz

Gedenkfeier im Kölner Dom nach Flugzeugabsturz

Opferanwalt: „Schuldfrage ist geklärt“

Die Schuldfrage im Fall des Germanwings-Absturzes ist zumindest nach Ansicht von Opferanwalt Christof Wellens „eindeutig geklärt“. „Wir haben es mit einer schrecklichen, ja monströsen Tat zu tun, für die Lufthansa/Germanwings verantwortlich ist“, sagte Wellens dem Fernsehsender Phoenix.

Bei einem vorsätzlichen Absturz, herbeigeführt durch den Copiloten, sei die Sachlage klar: „Lufthansa ist für von ihr eingesetztes Personal in voller Weise verantwortlich“, sagte Wellens, der nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit über 60 Angehörigen zivilrechtlich vertritt. „Die Schuldfrage ist mittlerweile eindeutig geklärt, denke ich.“

Er habe bislang kein Wort vernommen, dass man dies aufseiten von Lufthansa anders sehe, im Gegenteil: Die Airline habe sich zu ihrer Verantwortung bekannt. Man werde nun sehen müssen, ob sie Wort halte. „Der Lackmustest kommt noch.“ Etwaige Versäumnisse, etwa beim Umgang mit der Erkrankung des Copiloten, spielten allenfalls noch am Rande eine Rolle.

„Die Opferfamilien brauchen sehr viel Geld, um ihr weiteres Leben zu gestalten ohne den Menschen, der verloren gegangen ist“, betonte Wellens. „Für die Angehörigen ist eine angemessene, ja hohe Entschädigung sehr wichtig. Sie ist eine Stütze für die Familie im Alltag.“ Im Fall einer Familie, die er vertrete, hätten fünf Kinder die Eltern verloren.

Wellens hatte bereits nach dem Absturz der Concorde im Jahr 2000 deutsche Hinterbliebene vertreten. Er ist Vorsitzender des Mönchengladbacher Vereins Crash - Gesellschaft für Opferrechte, der sich um Angehörige von Absturzopfern kümmert.

dpa

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