Gespannte Stimmung vor Palästinenser-Wahl

- Ramallah - Einen Tag vor der Wahl eines neuen palästinensischen Parlaments haben Bewaffnete in Nablus im Westjordanland einen Wahlkampfhelfer erschossen. Zwischen Gruppen der regierenden Fatah habe es einen Streit um Plakate eines Kandidaten gegeben, erklärten Palästinenser am Dienstag in der Stadt. Der Mann sei getötet worden, weil er sich weigerte, ein Wahlplakat abzunehmen.

Unterdessen rief Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die mehr als 1,4 Millionen Wahlberechtigten für diesen Mittwoch zur Stimmabgabe auf. "Jeder Palästinenser hat das Recht, an dieser Wahl teilzunehmen", sagte er in Ramallah.

Der Fatah droht bei der Wahl nach letzten Umfragen der Verlust der absoluten Mehrheit im Parlament. Die Organisation von Abbas führt danach aber weiter mehrere Prozentpunkte vor der radikal-islamischen Hamas. Nach einer zuletzt veröffentlichten Umfrage der palästinensischen Universität in Nablus kann die Fatah auf 42 Prozent der Stimmen, die Hamas auf 35 Prozent der Stimmen hoffen.

Im Westjordanland und im Gazastreifen sind 1,34 Millionen Palästinenser für die Stimmabgabe registriert. Zudem haben mehr als 120 000 Palästinenser aus Ostjerusalem ein Stimmrecht. Für die bevorstehende Wahl wurde das Wahlsystem geändert und das Parlament vergrößert.

Das Parlament hat jetzt 132 Sitze, die ähnlich wie in Deutschland mit Hilfe eines gemischten Systems aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht vergeben werden. Prognosen werden noch am Mittwochabend, Ergebnisse der Auszählung erst am Donnerstag erwartet.

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