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Der angeklagte Tattoo-Künstler (l) sitzt zum Prozessauftakt im Berliner Kriminalgerichts Moabit auf der Anklagebank.

Geständnis im Berliner Tätowierer-Mord

Berlin - Ein Tätowierer aus Österreich wurde umgebracht, zerstückelt und seine Leichenteile in der Berliner Spree versenkt. Im Prozess hat ein US-Amerikaner das schockierende Verbrechen eingeräumt.

Neun Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Tätowierers hat ein US-Amerikaner vor dem Berliner Landgericht die Bluttat gestanden. Über seinen Anwalt erklärte der Tattoo-Künstler aus New York am Montag im Prozess: “Die Tat ist auch mir nicht erklärbar, ich war stark alkoholisiert.“ Der 30-Jährige hatte seinen Kollegen, einen Tätowierer aus Österreich, mit zahlreichen Beilhieben getötet und die Leiche zerstückelt.

Die Männer hatten laut Anklage gezecht, sich in der Wohnung der Verlobten des Angeklagten gestritten und sich geschlagen. Die inzwischen 22-jährige Frau hatte von der eigentlichen Bluttat nichts mitbekommen.

Die Auszubildende hatte dem Amerikaner aber geholfen, die Leiche zu entsorgen. Überwältigt von Angst und völlig überfordert habe sie den Kopf des Mannes in den Berliner Schäfersee geworfen, ließ die Angeklagte über ihre Anwältin erklären. Das Gericht stellte ihr Verfahren wegen Strafvereitelung gegen die Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro ein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem US-Amerikaner Mord aus Grausamkeit vor. Der 30-Jährige habe unbarmherzig massiv mit dem Beil auf den Schädel und das Gesicht eingeschlagen, um das Opfer zu quälen, heißt es in der Anklage. Der 31-Jährige sei in der Nacht zum 6. Juli 2011 in seinem eigenen Blut erstickt. Der Angeklagte habe die Leiche zerstückelt und in Müllsäcke verpackt. Arme, Beine und den Torso habe er in Rollkoffern transportiert und in der Spree versenkt. Die Leichenteile wurden nach und nach entdeckt.

Konkrete Angaben zum Tathergang machte der Tätowierer nicht. Der US-Amerikaner bat den Bruder des Opfers, der als Nebenkläger zum Prozess erschien, um Vergebung. Verteidiger Mirko Röder erklärte am Rande des Prozesses, der Angeklagte sei wegen der starken Alkoholisierung möglicherweise vermindert schuldfähig gewesen.

dpa

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