+
Tausende Studenten skandierten: "Lebend habt ihr sie genommen, lebend wollen wir sie zurück!"

Zug zum Präsidentenpalast

Getötete Studenten: Tausende gehen auf die Straße

Mexiko-Stadt - Mexiko bleibt solidarisch mit den vermutlich ermordeten 43 Studenten aus Iguala. Demonstranten sorgen dafür, dass das Schicksal der Hochschüler nicht in Vergessenheit gerät.

Genau fünf Monate nach der Entführung und dem mutmaßlichen Mord an Dutzenden Studenten sind in Mexiko-Stadt Tausende Menschen aus Solidarität mit den Opfern auf die Straße gegangen. Sie zogen am Donnerstag vom Unabhängigkeitsdenkmal zum Präsidentenpalast Los Pinos und forderten Aufklärung über das Schicksal der jungen Leute.

„Lebend habt ihr sie genommen, lebend wollen wir sie zurück“, skandierten die Demonstranten. Vermummte sprühten Graffiti auf das Unabhängigkeitsdenkmal. „Erst wenn das Blut der Bourgeoisie fließt, wird es Gerechtigkeit geben“, war dort zu lesen. Medienberichten zufolge wurden mehrere Demonstranten festgenommen.

Am 26. September vergangenen Jahres hatten Polizisten in der Stadt Iguala 43 Studenten verschleppt und sie der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Drahtzieher der Tat soll das Bürgermeisterehepaar von Iguala sein. Das Verbrechen hatte ein Schlaglicht auf die engen Verbindungen zwischen Politikern, Sicherheitskräften und Kriminellen in Mexiko geworden.

Die Angehörigen der Opfer erkennen die Ermittlungsergebnisse der Generalstaatsanwaltschaft nicht an und fordern eine unabhängige Untersuchung des Verbrechens. „Wir machen weiter, dieser Hass muss endlich aufhören“, sagte der Sprecher der Opferfamilien, Felipe de la Cruz, der Deutschen Presse-Agentur. Er warf der Regierung vor, gegenüber dem friedlichen Protest eine radikale Haltung einzunehmen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mord aus Heimtücke: 89-Jähriger bekommt Lebenslang
Chemnitz - Keine Milde wegen des Alters: Ein 89-Jähriger muss lebenslang hinter Gitter. Das Landgericht Chemnitz verurteilt den Rentner wegen Mordes an seiner ehemaligen …
Mord aus Heimtücke: 89-Jähriger bekommt Lebenslang
Busfahrer setzt Kinder bei Minusgraden an der Straße aus
Schönborn - Bei Minusgraden hat ein Busfahrer etwa 20 Schulkinder ohne weitere Informationen an der Straße ausgesetzt. Eltern reagieren nun empört.
Busfahrer setzt Kinder bei Minusgraden an der Straße aus
Biberach wehrt sich gegen Berliner Schwabenhass
Biberach/Berlin (dpa) - Mit der Internet-Kampagne "Vom großen B zum kleinen B" reagiert die baden-württembergische Stadt Biberach an der Riß auf Anti-Schwaben-Sprüche in …
Biberach wehrt sich gegen Berliner Schwabenhass
Blutfette wohl doch nicht Ursache für Arterienverkalkung
Nach Überzeugung von Axel Haverich sind erhöhte Blutfettwerte nicht der Hauptrisiko-Faktor für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Leiter der Herzklinik an der …
Blutfette wohl doch nicht Ursache für Arterienverkalkung

Kommentare