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In den von der Kündigung betroffenen Burger-King-Filialen kommt bald nicht mehr auf den Tisch - nach Einschätzung der Gewerkschaft geht den Restaurants bald die Ware aus.

Filialen geht bald die Ware aus

Kündigung: Team Wallraff setzte Burger King Ultimatum

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München - Die Nachricht, dass Burger King dem Betreiber von 89 seiner Filialen kündigte, hat am Mittwoch für Überraschung gesorgt. Jetzt kommt heraus: Die Notbremse geschah wohl nicht freiwillig.

Missachtung der Hygienevorschriften, untragbare Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne: Nachdem die RTL-Sendung „Team Wallraff - Reporter Undercover“ Ende April über Missstände bei einem Burger-King-Lizenznehmer berichtet hatte, hatte der Fast-Food-Riese mehrere betroffene Filialen geschlossen, sich mit erheblichem Werbeaufwand unter anderem in TV-Spots entschuldigt und Besserung gelobt. Umso mehr erstaunte es, als am Mittwoch die Nachricht von der fristlosen Kündigung des Franchise-Nehmers kam, der damals bereits in der Kritik stand. "Trotz anfänglicher Erfolge“ habe man feststellen müssen, dass Yi-Ko erneut gegen Vereinbarungen verstoßen habe", hieß es in der entsprechenden Meldung des Schnellrestaurants als Begründung. Doch das ist wohl nur die halbe Wahrheit.

Wie RTL mitteilte, hatte das Recherche-Team unter Leitung des legendären Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff wie angekündigt nachgeprüft, ob sich die Zustände in den bemängelten Filialen verbessert hatten. Monatelange Undercover-Einsätze ergaben aber, dass praktisch alles beim Alten geblieben war. Von zu lange ungekühlter Lagerung der Lebensmittel ist die Rede, die Gehälter seien verzögert überwiesen worden, im Krankheitsfall habe es oft keine Lohnfortzahlung gegeben. Auch sei in Neuverträgen ab März 2015 nur der Mindestlohn festgelegt. Darüber hinaus habe der bereits gekündigte Geschäftsführer der Yi-Ko Holding, Ergün Yildiz, nach wie vor das Sagen, obwohl er bereits im Mai zurückgetreten war.

Der Sender konfrontierte Burger King darauf nach eigener Aussage vor einer Woche mit einem Fragenkatalog. Vier Tage später hakte RTL demnach mit einigen zusätzlichen Fragen nach und gab dem Geschäftsführer des Unternehmens, Andreas Bork, bis zum 20. November Zeit, diese zu beantworten. Doch anstatt einer Antwort kam einen Tag vor Ablauf des Ultimatums die Pressemitteilung über die fristlose Kündigung von Yi-Ko.

Burger King will Entscheidung von sich aus gefällt haben

Burger King bestreitet allerdings, dass RTL verantwortlich für die Entscheidung sei. “In der Wahrnehmung mag das vielleicht so aussehen", zitiert der Onlinebranchendienst zu Medienthemen "Meedia" den Schnellbrater. "Richtig ist aber, dass wir an dem Thema seit einiger Zeit arbeiten. Sie können sich vorstellen, dass so eine weitreichende Entscheidung, 89 Restaurants zu kündigen, nicht über Nacht getroffen wird. So haben sich die Dinge überschnitten.”

Am kommenden Montag (24.11.), wird RTL um 22:15 Uhr in der Sendung „Team Wallraff – Reporter prüfen nach“ ausführlich über den Fall berichten.

Filialen geht bald die Ware aus

Für die 89 Filialen von Burger King läuft nach der fristlosen Kündigung des Franchisenehmers Yi-Ko die Zeit. Die Versorgung der Restaurants mit Ware reicht nach Einschätzung der Gewerkschaft NGG nur noch ein paar Tage aus. Sollte bis dahin keine Einigung zwischen Burger King und dem betroffenen Betreiber Yi-Ko erreicht worden sein, drohe vielen Filialen die Schließung.

Yi-Ko wehrt sich gegen die Kündigung und betreibt die Restaurants vorerst weiter. NGG-Gastronomieexperte Guido Zeitler appellierte an Burger King, eine geordnete Übergabe der Restaurants sicherzustellen. „Die 3000 betroffenen Mitarbeiter wissen nicht, ob sie morgen noch einen Arbeitsplatz haben“, sagte er am Donnerstag. Theoretisch könnten die Filialen zwar auch ohne das Burger-King-Logo weitermachen. Praktisch sei dies aber unter anderem wegen Logistik-Problemen, hoher laufender Kosten und mangelnder Akzeptanz ohne den bekannten Namen Burger King sehr schwierig.

hn/dpa

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